Heute im Rahmen des Rundgangs über den Bürgermarkt in der Mülheimer Altstadt in einem Hinterhof dieses große blaue Schaf entdeckt. Wieder ein Kandidat für die Serie Wildtiere im Ruhrgebiet.
Urban Trail Essen – vom Essener Hauptbahnhof zum Baldeneysee
Den Urban.Trail in Essen bin ich Ende August 2026 gelaufen. Zu diesem Zeitpunkt gab es auf der Webseite von RVR/RuhrTourismus noch keine ausführliche Beschreibung der Tour, und auch eine Markierung der Strecke war noch nicht vorhanden. Allerdings war der Trail bereits in der Online-Karte eingezeichnet. Den dazugehörigen GPS-Track habe ich mir von Komoot heruntergeladen und auf mein Wander-GPS übertragen – damit war die Orientierung unterwegs problemlos möglich.
Der Track weist eine Länge von 12,4 Kilometern aus. Dabei sind rund 120 Höhenmeter im Aufstieg und 155 Höhenmeter im Abstieg zu bewältigen. Anders als bei einigen anderen Urban Trails handelt es sich wieder um eine Streckenwanderung: Start und Ziel liegen also nicht am selben Ort. Praktischerweise beginnt die Tour am Essener Hauptbahnhof und endet am Bahnhof Essen-Hügel am Baldeneysee. Beide Punkte sind über die S-Bahn miteinander verbunden, sodass man nach der Wanderung problemlos wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt.
Ich bin die Strecke vom Essener Hauptbahnhof in Richtung Baldeneysee gelaufen – und schon der Startpunkt ist ziemlich typisch für das Ruhrgebiet.
Vom Bergarbeiterdenkmal ins grüne Essen
Los geht es an einem geradezu ikonischen Ort im Essener Zentrum: Genau hier taucht die A40, eine der Lebensadern des Ruhrgebiets, in den Essener Tunnel ein. Direkt daneben steht das eindrucksvolle Bergarbeiterdenkmal „Steile Lagerung“ von Max Kratz. Der Bronzeguss zeigt Bergleute bei der schweren Arbeit im Flöz – Hammer und Pickel inklusive.
Von hier führt der Trail in Richtung Opernplatz und zum Aalto-Theater. Dabei passieren wir auch den Evonik-Tower, den man fast übersehen könnte, weil man so nah dran ist. Mit seinen 127 Metern ist er das höchste Gebäude des Ruhrgebiets. Seit seiner Fertigstellung 1996 hat der markante Büroturm allerdings bereits mehrere Namen getragen – je nachdem, welcher Hauptmieter gerade das Sagen hatte.
Am Aalto-Theater erreichen wir bereits die erste grüne Überraschung der Tour: den Essener Stadtgarten, dessen Geschichte bis ins Jahr 1859 zurückreicht. Zwischen Aalto-Theater und Philharmonie geht es durch die weitläufige Parkanlage zum Stadtgartenteich. Natürlich darf auch hier eine Fontäne nicht fehlen. Zwischen den alten Bäumen und Grünflächen entdecken wir immer wieder Skulpturen, die sich fast selbstverständlich in die Parklandschaft einfügen.
Am anderen Ende verlassen wir den Stadtgarten und folgen zunächst ein Stück der Hohenzollernstraße, bevor wir erstmals auf die Rüttenscheider Straße treffen.
Rüttenscheid: Großstadt, Gastronomie und ein bisschen Verkehrspolitik
Hinter dem Glückaufhaus geht es wieder ins Grüne – zumindest angedeutet für ein kurzes Stück. Über einen Minipark und eine Fußgängerbrücke gelangen wir zum Museum Folkwang. Wer etwas Zeit mitbringt, sollte einen Abstecher einplanen: Der Eintritt in die ständige Sammlung ist sogar kostenlos.
Der eigentliche Trail führt allerdings am Museum vorbei und über die Kahrstraße bald wieder auf Essens bekannte Ausgehmeile: die Rü, wie die Rüttenscheider Straße von den Einheimischen genannt wird.
Hier lässt sich durchaus beobachten, wie schwierig sich eine Verkehrswende in einer Großstadt gestalten kann. Zwar wurde ein Teil der Straße als Fahrradstraße ausgewiesen, trotzdem dominieren weiterhin Autos das Straßenbild. Fahrende und parkende Fahrzeuge beanspruchen einen erheblichen Teil des öffentlichen Raums. Dabei wäre das Potenzial dieser Straße enorm: Cafés, Restaurants und kleine Geschäfte reihen sich dicht aneinander. Mit mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer könnte die Rü vermutlich noch wesentlich stärker von ihrer urbanen Atmosphäre profitieren.
Wir laufen mitten durch dieses quirlige Treiben und biegen nach der U-Bahnhaltestelle Martinstrasse wieder ab. Schon wenige Meter später wird es deutlich ruhiger.
Ein alter Friedhof mitten im Viertel
Der kleine Christinenpark wurde ursprünglich als Friedhof angelegt. Im Jahr 1880 entstand hier der Alte Friedhof Rüttenscheid. Noch heute erinnern einige erhaltene Grabmäler an diese frühere Nutzung.
Inzwischen ist daraus ein kleiner grüner Treffpunkt mit Spielplatz und Biergärten der umliegenden Gastronomie geworden. Ein ziemlich bemerkenswerter Wandel – vom Friedhof zum beliebten Aufenthaltsort mitten im Stadtviertel.
Am Ausgang des Parks wartet noch ein kleiner Street-Art-Stopp: die Hall of Fame Villa Rü. Hier gibt es zahlreiche Graffiti zu entdecken, wobei die Qualität der Werke durchaus unterschiedlich ist. Mit viel Glück findet man aber auch interessante Arbeiten.
Danach führt uns der Trail noch einmal auf die Rüttenscheider Straße, allerdings nur für ein kurzes Stück, bevor wir über die Wegenerstraße weiterziehen.
Street Art und der Abschied von der Großstadt
An der stark befahrenen Alfredstraße wartet mit „Ever Green“ ein echter Hingucker. Das rund 800 Quadratmeter große Mural entstand anlässlich der Grünen Hauptstadt Europas 2017. Gabor Doleviczenyi schuf das Werk gemeinsam mit acht weiteren Künstlern und verwendete dafür rund 1.400 Spraydosen.
Direkt daneben fällt eine ungewöhnliche Fußgängerbrücke auf. Sie hat zwar schon deutlich bessere Zeiten gesehen, erfüllt aber weiterhin ihren Zweck und bringt uns sicher über die Alfredstraße.
Und genau hier verändert sich der Charakter der Wanderung spürbar. Die extrem urbane Umgebung bleibt hinter uns. Statt dicht bebauter Straßen erwarten uns nun Altbauten, kleine Grünflächen und schließlich der Zugang zum Grugapark.
Am Nebeneingang an der Orangerie gehen wir jedoch nicht in den Park, sondern wechseln wir auf eine Fahrradtrasse. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Die Strecke wird von Radfahrern intensiv genutzt, daher sollte man möglichst am Rand laufen.
Nach etwa 200 Metern gibt es auf der linken Seite etwas Besonderes zu entdecken – zumindest, wenn man zwischen den Bäumen hindurchschaut.
Hundertwasser und der Weg zur Margarethenhöhe
Dort steht das Ronald McDonald Haus Essen, das 2005 nach einem der letzten Architekturentwürfe von Friedensreich Hundertwasser eröffnet wurde. Das ungewöhnliche Gebäude ist ein Zuhause auf Zeit für Familien, deren schwer kranke Kinder im benachbarten Universitätsklinikum behandelt werden.
Kurz darauf verlassen wir die Fahrradtrasse und tauchen auf einem ruhigeren Waldweg endgültig in eine deutlich grünere Umgebung ein. Der Weg führt zunächst ins Tal und anschließend wieder ein Stück bergauf.
Dann liegt plötzlich die Margarethenhöhe vor uns.
Die historische Gartenstadt wirkt wie ein kleines eigenes Universum. Die 115 Hektar große Siedlung wird von der Margarethe Krupp-Stiftung verwaltet und gilt als bedeutendes Beispiel für menschenfreundlichen Wohnungsbau. Insgesamt entstanden hier 935 Gebäude mit 3.092 Wohneinheiten.
Besonders schön ist der Kleine Markt mit seinem Gasthaus und den umliegenden historischen Häusern. Die romantischen Straßennamen und liebevoll gestalteten Fassaden vermitteln tatsächlich das Gefühl, ein Stück weit durch eine andere Zeit zu laufen.
Nur die modernen Autos passen nicht ganz ins Bild. Sie stehen heute in fast jeder Straße und beanspruchen mit ihrem enormen Platzbedarf einen erheblichen Teil der historischen Idylle.
Der Trail führt geschickt durch die Gartenstadt und anschließend wieder in ein kleines Waldgebiet. Schon am Eingang weist ein großer, aufgemalter Wegweiser auf unser nächstes Ziel hin.
Ein Hammer aus dem Siegerland mitten im Essener Wald
Nach kurzer Zeit erreichen wir den Halbachhammer.
Dabei handelt es sich um eine sogenannte Hammerhütte. Hier wurden auf der Grundlage von Wasserkraft und Holzkohle verschiedene Arbeitsschritte der Eisenverarbeitung unter einem Dach miteinander verbunden. Ursprünglich stand die Anlage rund 500 Jahre lang im Siegerland. Um 1900 wurde sie dort stillgelegt und in den 1930er-Jahren nach Essen umgesetzt.
Gelegentlich finden hier noch Schmiedevorführungen statt – ein durchaus ungewöhnlicher Ort, den man mitten auf dieser Wanderung wahrscheinlich nicht erwarten würde.
Wir wandern anschließend weiter durch den Wald und verlassen diesen fast auf Höhe der A52 wieder.
Wenn Verkehrspolitik auf Realität trifft
Beim Überqueren der Norbertstraße wartet dann ein weniger erfreulicher Anblick: ein sehr schmaler Radstreifen entlang einer Straße, die eher wie eine Autobahn wirkt – und auch entsprechend stark befahren wird.
Wer hier mit dem Fahrrad unterwegs ist, braucht zumindest eine gewisse Portion Mut und Gottvertrauen. Für eine wirklich angenehme und sichere Radinfrastruktur sieht das anders aus.
Wir überqueren anschließend auch die A52 und sehen auf der rechten Seite einen riesigen Bürokomplex: die ehemalige Konzernzentrale von Karstadt. Die wechselvolle Geschichte des Kaufhauskonzerns hat inzwischen auch hier ihre Spuren hinterlassen. Das Gebäude wird heute von anderen Nutzern verwendet; der Nachfolger Galeria hat seinen Sitz mittlerweile in Düsseldorf.
Danach wird es wieder ruhiger.
Vom Kruppwald zum Baldeneysee
Wir biegen in eine ruhige Wohnstraße ein und merken schnell, dass wir inzwischen in einer der eher wohlhabenden Gegenden Essens angekommen sind. Die Häuser werden größer, die Grundstücke weitläufiger, die Einfahrten repräsentativer und auch die Autos passen zum Umfeld.
Immer wieder lassen sich dabei kleine Kunstwerke und ungewöhnliche Details in den Vorgärten entdecken.
An einem markanten Kriegerdenkmal treffen wir erneut auf die Alfredstraße. Hier wirkt sie bereits deutlich ruhiger als zuvor in Rüttenscheid. Nach einem kurzen Stück biegen wir in den Hügelweg ein.
Dabei passieren wir das Markuskreuz – für mich persönlich ein besonders interessanter Punkt der Strecke.
Je weiter wir dem Hügelweg folgen, desto deutlicher wird der Charakter der Umgebung. Die Häuser werden zunehmend großzügiger und schließlich führt der Weg wieder in den Kruppwald.
Und dann gibt es einen kurzen Fernblick auf das größte Einfamilienhaus dieser Wanderung: die Villa Hügel, den ehemaligen palastartig gestalteten Wohnsitz der Familie Krupp.
Der Trail führt nun bergab in Richtung Baldeneysee. Nach kurzer Zeit erreichen wir den Bahnhof Essen-Hügel und damit das offizielle Ende des Urban Trails.
Wer noch Zeit und Lust hat, sollte die Wanderung hier allerdings nicht unbedingt beenden. Folgt man der Straße weiter, erreicht man einen Eingang zur Villa Hügel und ihrem weitläufigen Park. Noch schöner wäre es aus meiner Sicht sogar, die Tour leicht abzuwandeln und direkt den oberen Haupteingang zu nutzen und dann durch den Hügel Park herunter zum Baldeneysee bzw. S-Bahnhaltestelle.
Für den Besuch der Villa Hügel wird Eintritt verlangt – dafür bekommt man allerdings noch einmal ein ganz anderes Kapitel Essener Stadt- und Industriegeschichte geboten.
Fazit
Der Urban Trail Essen hat mich vor allem durch seine enorme Vielfalt überrascht. Innerhalb von gut zwölf Kilometern verändert sich die Umgebung mehrfach grundlegend: vom dichten Stadtzentrum über Rüttenscheid, Parks und Street Art geht es durch die Gartenstadt Margarethenhöhe, Wälder und historische Metallverarbeitungsstätten bis in die vornehmen Wohnlagen rund um den Kruppwald und schließlich an den Baldeneysee.
Besonders spannend fand ich, wie deutlich sich dabei unterschiedliche Facetten Essens beobachten lassen. Hier die dicht bebaute Großstadt mit Verkehr und urbanem Leben, dort plötzlich Wald, historische Siedlungen und fast ländlich wirkende Wege.
Und genau dieser Wechsel macht für mich den Reiz der Urban Trails aus: Man bleibt zwar immer in der Stadt, bekommt aber trotzdem das Gefühl, auf einer kleinen Entdeckungsreise unterwegs zu sein.
Für mich ist der Urban Trail Essen daher eine sehr abwechslungsreiche und empfehlenswerte Tour, insbesondere für alle, die Essen einmal abseits der bekannten Industriekultur neu entdecken möchten.
Meine Kunst im Folkwang Museum
Das hätte ich auch nicht gedacht, dass meine Kunstwerke es so schnell an die Wände des Folkwang Museums in Essen kommen. Heute war dort meine Premiere, yeah! Na ja, um es ein bisschen zu relativieren, ich habe an einem Tape-Workshop teilgenommen, der im Rahmen des Sommerfestes 2026 angeboten wurde. Und so habe ich spontan, die beiden folgenden Werke an der vorgegebenen Wand realisiert. Ob sie dort länger bestehen werden, würde ich bezweifeln. Aber zumindest habe ich sie hier als Foto verewigt.
Urban Trail Duisburg: Zwischen Kaiserberg, Hafen und moderner Kunst
Der Urban Trail Duisburg ist mit 11,8 Kilometern wieder einmal ein klassischer Rundweg. Damit könnte man theoretisch an jeder beliebigen Stelle einsteigen. Für mich war der Duisburger Hauptbahnhof als Startpunkt aber die naheliegende Wahl – genauer gesagt der Ostausgang. So lässt sich die Tour bequem mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen.
Auch diesmal habe ich vorsichtshalber den GPS-Track von der RuhrTourismus Webseite auf mein Wander-GPS geladen. Die gelben Markierungen waren zwar auf dem überwiegenden Teil der Strecke vorhanden, allerdings hatte ich den Eindruck, dass dies Mitte August 2025 nicht durchgängig der Fall war. Besonders am Kaiserberg und später in der Innenstadt habe ich mich deshalb am Track orientiert.
Vom Hauptbahnhof direkt ins Grüne
Kaum hat man den Bahnhof verlassen, geht es durch eine Unterführung unter der Mülheimer Straße. Und dann passiert etwas, das man bei einer Wanderung, die direkt am Duisburger Hauptbahnhof beginnt, vielleicht nicht unbedingt erwartet: Plötzlich steht man im Goerdeler Park und hat das Gefühl, im Grünen angekommen zu sein. Das geschäftige Bahnhofsumfeld ist innerhalb weniger Minuten verschwunden.
Besonders angenehm finde ich die anschließende Wegführung durch schmale Grünstreifen zwischen den Wohnhäusern. Gerade an heißen Sommertagen entsteht hier ein überraschend angenehmes Mikroklima. Danach geht es noch einmal kurz entlang der Mülheimer Straße. Hier fällt neben einem großen Tauben-Mural auch ein ungewöhnlicher Glasbau auf, der 1993 nach einem Entwurf des renommierten Londoner Architekten Norman Foster fertiggestellt wurde.
Über die Moltkestraße mit kleinen Geschäften und sogar einem Vinylplatten-Laden erreichen wir anschließend wieder die parkähnliche Königsberger Allee, die uns in Richtung Kaiserberg führt. Unterwegs können wir bei der Überquerung der Zieglerstrasse noch rechterhand die ungewöhnlich sicher Bunkerbude (=Kiosk) erspähen.
Auf den Kaiserberg
Die Bebauung wird zunehmend großzügiger, schöne Villen und größere Grundstücke säumen den Weg. Und tatsächlich: Duisburg kann auch bergig! Dann verschwindet die Straße und der Trail führt in das Waldgebiet. Besonders spannend ist hier eine etwas verwittert wirkende künstliche Grotte. Sie war einst Teil eines Kaiser-Wilhelm-Denkmals mit künstlichem Wasserfall und wirkt heute wie ein kleines, vergessenes Relikt aus einer anderen Zeit.
Weiter geht es vorbei an einem kleinen Teich und anschließend weiter zum Ehrenfriedhof und der Kriegsgräberstätte Kaiserberg des ersten Weltkrieges. Danach führt der Weg am Rand des Duisburger Zoos entlang zu einer weiten Wiese und dann wieder in den Wald.
Ganz verschwunden ist die Stadt allerdings nicht: Aus der Entfernung ist ständig das Rauschen der Autobahnen A3 und A40 zu hören. Schließlich liegt der Kaiserberg genau am berühmten Autobahnkreuz, dessen früherer „Spaghetti-Knoten“ derzeit umgebaut wird. Natur und die „Lebensadern“ des Ruhrgebietes liegen hier buchstäblich direkt nebeneinander.
Ein schöner Höhepunkt ist der Aussichtspunkt Schnabelhuck. Der Name soll daher kommen, dass der nördliche Ausläufer des Kaiserbergs an einen Entenschnabel erinnert. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Landschaftspark Duisburg-Nord und zu den dahinter liegenden Hochöfen von Thyssenkrupp. Ein guter Platz für eine kleine Verschnaufpause!
Schrebergärten und ein überraschender Weg zum Innenhafen
Nach dem Abstieg wird es wieder deutlich urbaner. Vorbei an der Duisburger Hauptfeuerwache – offenbar ein wiederkehrendes Motiv bei den Urban Trails – geht es durch ein Wohngebiet. Hier lohnt es sich, die Augen offen zu halten: kleine Kunstwerke, ein Windspiel und sogar ein öffentlicher Bücherschrank tauchen am Wegesrand auf.
Anschließend wechseln wir erneut ins Grüne und laufen durch eine lange Verbindung zwischen Kleingartenanlagen und Sportplätzen. Das eigentliche Schrebergartenleben bekommt man hier zwar nur am Rande mit, dafür gibt es eine kleine Kuriosität zu entdecken: eine Wanderhütte des Sauerländischen Gebirgsvereins mitten in Duisburg.
Dann geht es durch ein kleines Brachland – und plötzlich liegt der Duisburger Innenhafen vor uns.
Industriekultur am Wasser
Schon von weitem fällt die große Autobahnbrücke ins Auge, dahinter die markante Küppersmühle. Die Brücke überspannt den Hafen auf einer Länge von 1.824 Metern und gehört damit zu den längsten Straßenbrücken Deutschlands. Gleichzeitig befindet sie sich inzwischen im Neubau.
Unter der Brücke gibt es noch eine kleine Überraschung: Auf ihren Pfeilern befinden sich zahlreiche Graffiti, die im Rahmen eines Projekts der Bürgerstiftung Duisburg zum Thema „Heimat“ entstanden sind. Die dazugehörigen QR-Codes funktionieren inzwischen allerdings offenbar nicht mehr.
Und dann sind wir endgültig am Innenhafen angekommen. Die Küppersmühle ist dabei kaum zu übersehen. Aus einem ehemaligen Mühlen- und Speichergebäude entstand nach den Plänen der Baseler Architekten Herzog & de Meuron ein beeindruckendes Museum für moderne Kunst. Schon allein die Architektur ist einen genaueren Blick wert.
Entlang des Hafenbeckens treffen historische Kräne auf Restaurants, moderne Architektur und die sorgfältig restaurierten Zeugnisse der industriellen Vergangenheit. Besonders interessant ist der Garten der Erinnerung, in dem Relikte der früheren Hafennutzung in eine begehbare Park- und Kunstlandschaft integriert wurden.
Durch die Duisburger Innenstadt
Vom Innenhafen führt der Trail anschließend mitten hinein in die Stadtgeschichte. Wir passieren Teile der alten Stadtmauer, das Kultur- und Stadthistorische Museum mit seinen auffälligen weißen Kokillen und schließlich die imposante Salvatorkirche.
Auch das Rathaus und die archäologischen Überreste des Alten Marktes liegen direkt am Weg. Bei meiner Wanderung war allerdings der Durchgang durch den reich verzierten Rathausbogen gesperrt. Also ging es außen herum und dann wieder nach links zum Burgplatz.
Danach wird es richtig städtisch. Durch die Fußgängerzone führt der Trail vorbei an zahlreichen Cafés und Restaurants. Hier verlor ich allerdings zeitweise die gelben Markierungen und orientierte mich wieder am GPS-Track.
Für eine Pause bieten sich hier zahlreiche Möglichkeiten an – darunter das vegetarisch-vegane Zora oder das Traditionscafé Dobbelstein. Letzteres hat für mich sogar eine persönliche Geschichte: Schon meine Großmutter machte bei ihren Stadtbesuchen hier früher gerne eine kleine Pause.
Kunst zum Abschluss
Über den Dellplatz, einen wichtigen kulturellen Treffpunkt Duisburgs, geht es weiter zum Lehmbruck Museum. Das renommierte Museum für moderne und internationale Skulptur liegt mitten im Immanuel-Kant-Park. Auch außerhalb des Museumsgebäudes gibt es zahlreiche Skulpturen frei zugänglich im Park zu entdecken – ein kleiner zusätzlicher Rundgang lohnt sich daher unbedingt.
Direkt gegenüber beziehungsweise am Weg liegt außerdem die Cubus Kunsthalle, die zeitgenössische und häufig auch lokale Kunst zeigt. Der Eintritt ist kostenlos, allerdings sollte man sich vorher über die Öffnungszeiten informieren.
Kurz vor dem Ziel wartet noch ein weiteres Museum, das ich bei dieser Wanderung selbst zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe: das Museum DKM mit seiner Sammlung zeitgenössischer Kunst. Vielleicht ein guter Grund, noch einmal nach Duisburg zurückzukehren.
Und dann ist der Hauptbahnhof schon wieder erreicht. Gegenüber steht mit dem Goldenen Anker noch ein passender Abschluss: Der 9,5 Meter hohe Brunnen von Zoltan Szekessy symbolisiert die Verbindung Duisburgs zur Schifffahrt und zum Hafen.
Mein Fazit
Der Duisburger Urban Trail hat mich positiv überrascht. Auf der Karte hatte ich zunächst eine ziemlich städtische Wanderung erwartet. Tatsächlich führt die Route aber erstaunlich geschickt durch Parks, Grünstreifen und den Wald des Kaiserbergs, bevor sie wieder mitten in die Stadt und anschließend zum Innenhafen führt.
Gerade dieser Wechsel macht für mich den Reiz aus: Natur, Stadt, Industriekultur, Hafen und Kunst liegen hier teilweise nur wenige Minuten voneinander entfernt. Besonders der Innenhafen macht Spaß – am Wasser entlangzulaufen und dabei die erhaltenen und restaurierten Spuren der industriellen Vergangenheit zu entdecken, ist immer wieder reizvoll.
Für die angegebenen 11,8 Kilometer habe ich ohne längere Pausen ziemlich genau drei Stunden benötigt. Wer die Tour mit einem kleinen Duisburg-Städtetrip verbinden möchte, kann problemlos zwei oder drei längere Besichtigungsstopps einplanen.
Mein Fazit: eine sehr abwechslungsreiche Urban-Trail-Runde und aus meiner Sicht definitiv eine Empfehlung für alle, die das Ruhrgebiet einmal abseits der klassischen Industriemotive entdecken möchten.
Link: Urban.Trail – Duisburgs Kunst.Weg bei der RuhrTourismus GmbH
Speed-Streetart Hunting in Düsseldorf
Ich hatte nur eine Stunde Zeit, aber eine ziemlich genaue Vorstellung davon, was ich sehen wollte: Einige Street-Art-Werke, die mir bei meinen Zugfahrten rund um den Düsseldorfer Hauptbahnhof immer wieder aufgefallen waren.
Also bin ich vom Hauptbahnhof einfach zu Fuß auf den Gehwegen möglichst nah an den Gleisen entlang in Richtung Flughafen gelaufen. Und tatsächlich: Ich stieß auf eine beeindruckende Sammlung großformatiger Street-Art-Werke. Die meisten entstanden bereits vor rund sieben Jahren im Rahmen des 40 Grad Urban Art Festivals 2019.
Einige meiner Entdeckungen möchte ich hier zeigen:

Urban Trail Dortmund – Street Art, Industriekultur und die vielen Gesichter der Ruhrmetropole
Für den Urban Trail Dortmund habe ich mich wieder auf den GPS-Track von der offiziellen Webseite verlassen. Nach meinen Erfahrungen mit den teilweise noch fehlenden Markierungen bei den Trails in Gelsenkirchen und Hagen erschien mir das sinnvoll. Und tatsächlich: Auch in Dortmund waren die gelben Markierungszeichen nicht durchgehend vorhanden. Auf einigen Abschnitten waren sie gut zu erkennen, auf anderen fehlten sie jedoch. Ob die Markierung noch nicht komplett angebracht war oder der GPS-Track teilweise leicht von der ausgeschilderten Route abweicht, konnte ich nicht feststellen. Mit dem GPS-Track war die Orientierung jedenfalls problemlos.
Ich bin am Dortmunder Hauptbahnhof gestartet und die Runde im Uhrzeigersinn gelaufen. Höhenmeter spielen bei dieser Tour praktisch keine Rolle. Dafür bekommt man einen ziemlich intensiven Eindruck von der Stadt – und insbesondere von den Veränderungen, die der Strukturwandel in Dortmund hinterlassen hat.
Auftakt am Dortmunder U
Vom Hauptbahnhof führt der Trail zunächst in Richtung des Dortmunder U, das sich längst zu einer der bekanntesten Landmarken der Stadt entwickelt hat.
Direkt an der Rückseite des markanten Gebäudes wartet bereits ein erstes Highlight für Street-Art-Fans: eine große Hall of Fame, an der Graffiti- und Street-Art-Künstler legal ihre Werke anbringen können. Der große Vorteil gegenüber illegalem Sprühen: Hier haben die Künstler Zeit, ihre Motive sorgfältig und aufwendig umzusetzen. Entsprechend beeindruckend sind viele der entstandenen Werke.
Ein kleiner Tipp am Rande: Wer am Ende der Hall of Fame kurz nach links schaut, entdeckt auch an den gegenüberliegenden Häusern einige große Murals. Sie liegen allerdings nicht direkt auf der offiziellen Trailroute.
Durch das Unionviertel
Nach dem Überqueren der Unionstraße geht es zunächst entlang eines längeren Wohnblocks, durch einige Höfe und einen kleinen Grünstreifen mitten im Stadtgebiet.
Dann erreichen wir das Unionviertel.
Das Quartier war lange Zeit stark vom Strukturwandel und damit verbundenem Leerstand geprägt. Inzwischen hat sich das Bild deutlich gewandelt. Wo früher Leerstände dominierten, findet man heute ein lebendiges und kreatives Stadtviertel.
Auch Street Art gehört inzwischen ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, entdeckt immer wieder interessante Wandbilder und kleinere künstlerische Interventionen.
Der Westpark – grüne Oase mitten in der Stadt
Nach dem ersten urbanen Abschnitt geht es plötzlich ins Grüne.
Der Westpark ist trotz seiner Lage mitten in Dortmund eine erstaunlich ruhige Oase. Große Rasenflächen, alte Bäume und viel Platz machen ihn zu einem beliebten Erholungs- und Freizeitort.
Im Sommer finden hier regelmäßig Veranstaltungen statt. Besonders bekannt sind die Flohmärkte, die noch angenehm „old school“ daherkommen: wenig Neuwaren, dafür jede Menge Gebrauchtes, Kurioses und Überraschungen. Auch die Zahl der klassischen Imbissstände hält sich erfreulich in Grenzen.
Mein Tipp: Vor der Wanderung lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender des Westparks. Vielleicht lässt sich die Tour ja mit einer Veranstaltung verbinden.
Nach einem kurzen Abstecher in das angrenzende Stadtgebiet mit seinen Cafés und Restaurants führt der Trail noch einmal durch den Westpark und anschließend wieder mitten hinein ins Unionviertel.
Hier wartet auch eine kleine Überraschung: Der Weg führt durch einen unscheinbaren Hinterhof, in dem sich zahlreiche gesprühte Bilder entdecken lassen. Ein schönes Beispiel dafür, dass man bei einem Urban Trail immer wieder den Blick in Nebenstraßen und Hinterhöfe richten sollte.
Wenn Dortmund plötzlich rau wird
Nach der Überquerung der vielbefahrenen Rheinischen Straße verändert sich die Atmosphäre erneut.
Jetzt geht es in Richtung der industriellen Relikte Dortmunds – oder, etwas moderner ausgedrückt: Lost Places.
Direkt hinter den Bahngleisen führt der Weg rechts hinunter auf die Alte Radstraße. Alte, verwitterte Industriegebäude, rostige Unterführungen und überwucherte Flächen bestimmen nun das Bild.
Ich bin die Strecke an einem Samstagnachmittag gelaufen – und auf den nächsten Kilometern ist mir tatsächlich kein einziger anderer Mensch begegnet.
Inmitten dieser Kulisse kann dadurch durchaus ein etwas beklemmendes Gefühl entstehen. Obwohl überall Grün wächst, ist deutlich zu spüren, dass man sich hier in einem sich transformierenden Industrie- und Gewerbegebiet bewegt.
Lange Geraden führen uns schließlich in Richtung Hafen.
Dortmunds Hafen – Industrie trifft Moderne
Nach der Unterquerung der Mallinckrodtstraße fällt zunächst eine ungewöhnlich schwungvoll gestaltete Fahrradrampe ins Auge. Wir müssen sie allerdings nicht hinaufgehen, sondern bleiben auf dem unteren Weg.

Nach einer weiteren langen Gerade erreichen wir bald die Speicherstraße. Zunächst geht es jedoch noch über eine Brücke geht über die Bahngleise. Dabei bietet sich ein besonders schöner Blick auf das Alte Hafenamt.
Anschließend geht es über eine Treppe hinunter zur kleinen Promenade am Stadthafen.
Hier zeigt sich Dortmund wieder von einer ganz anderen Seite: Wasser, alte Speichergebäude, moderne Nutzungen und industrielle Relikte bilden ein ziemlich interessantes Stadtbild.
Entlang der Speicherstraße wechseln sich historische Gebäude mit neueren Nutzungen ab. Auch die hier ansässigen Unternehmen sind entsprechend vielfältig. Am Ende der Straße wartet erneut ein kleines Street-Art-Highlight.
Ein kleiner Umweg für Street-Art-Fans
Nach dem ehemaligen Kranbahngelände würde die offizielle Route über die Bülowstraße in eine Kleingartenanlage führen.
Ich bin an dieser Stelle allerdings von der offiziellen Wegführung abgewichen und stattdessen über das damals offenbar problemlos zugängliche, verlassene Gelände weitergelaufen.
Wichtig: Das war mein persönlicher Eindruck zum Zeitpunkt meiner Wanderung und ist keine Empfehlung, ggf. abgesperrte oder nicht öffentlich zugängliche Flächen zu betreten.
Der Grund für meinen kleinen Umweg war eine weitere lange legale Graffiti-Wand entlang der östlichen Seite des Geländes. Hier finden sich zahlreiche aufwendig gestaltete Werke von Sprayern aus der regionalen Street-Art-Szene.
Für mich hat sich der kleine Umweg definitiv gelohnt. Wer sich für Graffiti interessiert, sollte diesen Bereich auf jeden Fall im Hinterkopf behalten.
Endlich wieder Natur: der Fredenbaumpark
Nach dem industriell geprägten Abschnitt tut das Grün des Fredenbaumparks richtig gut.
Durch den dichten Baumbestand fühlt es sich stellenweise fast so an, als würde man durch einen Wald laufen. Der Trail führt auf verschlungenen Wegen rund um den Fredenbaumteich, an dem unter anderem Tret- und Ruderboote ausgeliehen werden können.
Anschließend geht es in Richtung Naturmuseum Dortmund.
Ein praktischer Hinweis für Kulturinteressierte: Der Eintritt in die Dauerausstellung war bei meiner Wanderung im Juni 2026 kostenlos. Das kann sich natürlich ändern, daher lohnt sich vor einem geplanten Besuch ein kurzer Blick auf die aktuellen Informationen.
Nach dem Museum führt der Trail noch ein Stück durch den Park, bevor wir am Fredenbaumplatz wieder auf stärker bebautes Gebiet treffen. Der Platz wird regelmäßig für Veranstaltungen genutzt und gelegentlich macht auch ein Zirkus hier Station.
Durch die Nordstadt zurück zum Hauptbahnhof
Ab jetzt wird die Umgebung wieder deutlich urbaner.
Der Trail führt geschickt durch verschiedene Grünbereiche und über quirlige Straßen mit Cafés, Restaurants und kleinen Geschäften zurück in Richtung Innenstadt.
Gerade dieser letzte Abschnitt macht noch einmal deutlich, wie unterschiedlich die Dortmunder Stadtteile sind. Von der Industriebrache über kreative Quartiere und den Hafen bis hin zu dicht besiedelten Straßen liegen auf dieser Wanderung teilweise nur wenige Kilometer.
Schließlich schließt sich die Runde wieder am Dortmunder Hauptbahnhof.
Fazit: Dortmund im Schnelldurchlauf
Der Urban Trail Dortmund hat für mich unter den bisherigen Ruhrgebiets-Trails eindeutig einen der höchsten Stadtanteile.
Wer eine Wanderung durch möglichst viel Natur sucht, ist hier eher falsch. Wer dagegen erleben möchte, wie vielfältig eine Ruhrgebietsstadt sein kann, bekommt eine ausgesprochen interessante Tour.
Man bekommt einen guten Eindruck von unterschiedlichen Dortmunder Vierteln und erlebt den Strukturwandel direkt vor Ort: aufwendig sanierte und neu genutzte Industriegebäude stehen neben verfallenen Brachen, kreative Quartiere neben traditionellen Wohnvierteln und moderne Entwicklungen neben den Relikten der industriellen Vergangenheit.
Mit dem Dortmunder U, dem Alten Hafenamt, dem Unionviertel, dem Westpark, Teilen der Nordstadt und dem Fredenbaumpark liegen außerdem einige Orte auf der Route, die für die unterschiedlichen Facetten Dortmunds geradezu exemplarisch sind.
Dazu kommen jede Menge Street Art und Graffiti. Wer aufmerksam unterwegs ist, kann dabei noch deutlich mehr entdecken, als die eigentliche Trailroute verspricht.
Höhenmeter? Praktisch keine. Abwechslung? Dafür jede Menge.
Für mich ist der Dortmunder Urban Trail deshalb vor allem eine gute Möglichkeit, Dortmund einmal nicht nur als Ausgangspunkt für eine Wanderung, sondern selbst als Wanderziel zu entdecken.
Link: Beschreibung der Tour mit GPS-Track und komoot-Link der RuhrTourismus GmbH.
Rhein – Bildvergleich Pegelstände auf Höhe Duisburg
Der Niedrigwasserstand im Rhein bei Duisburg bzw. im Duisburger Hafen hat mich gestern stark beeindruckt. Als regelmäßiger Besucher dieses Areals habe im Lauf der Zeit auch einige Fotos an ziemlich den gleichen Orten mit ähnlichen Perspektiven aufgenommen. Um die verschiedenen Wasserstände zu vergleichen, möchte ich an dieser Stelle zwei Positionen vergleichen. Zur Einordnung, laut dem dem Informationssystem ELWIS liegt der Mittelwert der Wasserstände am Pegel Ruhrort in einer Zeitspanne vom 01.11.2010 bis 31.10.2020 bei 394 cm.
Zunächst einmal drei Fotos vom Pontwert mit Blick auf den Pegel Ruhrort/Echo des Poseidon, zunächst Niedrigwasser, dann annähernd Durchschnitt gefolgt von Hochwasser :
Als zweiten Bildvergleich die Situation am Rheinorange, ebenfalls von der Pontwert Insel aufgenommen. Auch hier wieder zuerst der Niedrigwasserstand am 16.8.2026 im Vergleich zu annähernd Durschnitt und Hochwasserstand.
Für mehr Eindrücke des Niedrigwasser im Duisburger Hafen habe ich am 16.8.2026 diese Video auf YouTube hochgeladen.
Neuer Niedrigwasserstand in Duisburg Ruhrort
Da der Pegel des Rhein weiter kontinuierlich gefallen ist wurde jetzt mit 130 cm am Pegel Duisburg Ruhrort ein neuer Niedrigwert erreicht. Im dem ELWIS System wird für Duisburg Ruhrort zwar immer noch 153 cm als niedrigster bekannter Wasserstand mit Datum vom 23.10.2018 angegeben, doch wahrscheinlich werden diese statistischen Daten nur unregelmäßig in aktualisiert. An verschiedenen Orten im Hafen Duisburg Ruhrort habe am 16.8.2026 einige Videoaufnahmen zur Dokumentation des niedrigen Rheinpegels erstellt und in diesem Video zusammengeschnitten. Am Ende gibt es auch noch ein paar Aufnahmen vom 14.8.26 aus dem Innenhafen Duisburg, an diesem Tag lag der Pegel Ruhrort auch schon bei 130 cm.
Street Art Bochum – August 2026
Während der Wanderung auf dem Urban Trail in Bochum in der letzten Woche habe ich auch noch rechts und links nach Street Art und Graffiti in der Bochumer Innenstadt Ausschau gehalten. Nach der Tour ging es dann auch noch einmal kurz zur Ruhruniversität Bochum, um sehen welche Werke dort aktuell an den einschlägigen Stellen zu bestaunen sind. Die Sichtungen habe ich zur Dokumentation und ohne Kommentar in dem Video unten festgehalten, viele Pieces sind von Denis Klatt und Norbert 3000.
Der Wasserturm Wesel – Aussicht, Architektur und ein besonderer Dritter Ort
Manchmal entdeckt man Sehenswürdigkeiten genau dort, wo man sie überhaupt nicht erwartet.
Der Wasserturm in der Weseler Innenstadt ist zwar ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt, mir war er bis vor Kurzem allerdings völlig unbekannt. Zum ersten Mal gehört habe ich von ihm beim diesjährigen Guten Morgen Festival der GLS Bank in Bochum. Dort wurde der Wasserturm an einem Stand als Beispiel für das Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vorgestellt.
Das machte mich neugierig. Also nahm ich mir vor: Wenn ich das nächste Mal in Wesel bin, schaue ich mir diesen ungewöhnlichen Ort einmal selbst an.
Ein etwas ungewöhnlicher erster Besuch
Gesagt, getan.
Allerdings hätte mein erster Besuch fast mit einem Rundgang um den Wasserturm geendet.
Ich fand den Eingang zunächst nicht und lief deshalb erst einmal durch die engen Straßen rund um das Gebäude. Irgendwie kam mir die Stelle des Zugangs sehr verdächtig bekannt vor – und ich stellte fest, dass ich den Turm ziemlich genau einmal umrundet hatte.
Nun gut. So hatte ich zumindest schon einmal einen guten ersten Eindruck von dem markanten Bauwerk gewonnen.
Beim zweiten Anlauf entdeckte ich dann auch den Eingang. Und der war ausgesprochen einladend.
Ich wurde freundlich begrüßt und direkt eingeladen, mir die aktuelle Fotoausstellung anzusehen und anschließend auf eigene Faust bis zur Aussichtsplattform auf der Turmspitze hinaufzusteigen. Außerdem bekam ich vom freundlichen „Turmwächter“ 😉 noch eine kurze Einführung in die Geschichte des Gebäudes.
Mehr als nur ein Wasserturm
Was den Weseler Wasserturm heute besonders interessant macht, ist allerdings nicht allein seine Architektur oder die Aussicht.
Seit April 2024 ist er ein „Dritter Ort“.
Der Begriff klingt zunächst etwas abstrakt. Gemeint sind damit Räume, die neben den klassischen Lebensorten Zuhause und Arbeitsplatz entstehen. Sie sollen offen sein für Begegnung, Kultur, Bildung und Austausch.
Ein wichtiger Gedanke dabei: In einem solchen Dritten Ort soll es keinen Konsumzwang geben. Man muss also nicht erst etwas kaufen, um sich dort aufhalten zu dürfen – anders als beispielsweise im Café oder Restaurant.
Im Wasserturm wird dieses Konzept ziemlich vielfältig mit Leben gefüllt. Angeboten werden unter anderem Kreativtreffs, Smartphone-Kurse, Vorträge zu Gesundheitsthemen, Mitbring-Frühstücke, Lesungen und Musikveranstaltungen.
Ich finde das Konzept tatsächlich ziemlich spannend. Gerade in einer Zeit, in der viele Begegnungen zunehmend digital stattfinden, braucht es Orte, an denen Menschen einfach zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam etwas erleben können.
Und ein ehemaliger Wasserturm ist dafür natürlich eine ziemlich ungewöhnliche Kulisse.
Zwei Türme in einem
Auch architektonisch lohnt sich der Besuch.
Denn genau genommen besteht der Weseler Wasserturm aus zwei Türmen.
Der ursprüngliche, konisch zulaufende Turm wurde bereits 1886 errichtet. Rund 50 Jahre später erhielt er eine zusätzliche Außenummantelung. Aus dem ursprünglichen konischen Bau wurde dadurch äußerlich der heute prägende zylindrische Turm.
Warum man diesen ungewöhnlichen Umbau vorgenommen hat, ist nicht endgültig geklärt. Eine interessante Theorie sieht einen Zusammenhang mit dem zunehmenden Einfluss des Bauhaus und der modernen Architektur in den 1920er Jahren. Möglicherweise erschien der ursprüngliche Turm inzwischen zu altmodisch und sollte optisch an die neue Zeit angepasst werden.
So entstand ein durchaus ungewöhnliches Ergebnis: Ein historischer Wasserturm steckt gewissermaßen in einem jüngeren Wasserturm.
1.000 Kubikmeter Wasser im Turm
Auch im Inneren verbirgt sich eine interessante technische Geschichte.
Der ursprüngliche Turm besaß zunächst einen Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmetern. Im Jahr 1923 wurde zusätzlich ein weiterer Behälter mit 400 Kubikmetern Fassungsvermögen eingebaut.
Damit konnte der Wasserturm schließlich insgesamt 1.000 Kubikmeter Wasser speichern.
Die eigentliche technische Funktion hat er allerdings längst verloren. 1979 wurde der Wasserturm außer Betrieb genommen. Seit 1987 steht er als technisches Denkmal unter Schutz.
Statt Wasser wird heute also vor allem Kultur nach oben transportiert.
42 Meter über Wesel
Der eigentliche Höhepunkt des Besuchs liegt natürlich ganz oben.
Bis zur Aussichtsplattform sind es rund 42 Meter. Der Aufstieg lohnt sich, denn oben wartet eine hervorragende Panoramaaussicht über Wesel.
Von hier bekommt man einen ganz anderen Eindruck von der Stadt. Die Perspektive reicht weit über die unmittelbare Umgebung hinaus und macht deutlich, wie stark Wesel von den weiten Landschaften des Niederrheins geprägt ist.
Nach dem Rundgang durch die Ausstellung und dem Aufstieg zur Aussichtsplattform war für mich jedenfalls klar: Der kleine Umweg zum Wasserturm hat sich gelohnt.
Vom technischen Denkmal zum Dritten Ort
Die Geschichte des Wasserturms ist damit auch ein schönes Beispiel dafür, wie sich die Bedeutung eines Gebäudes im Laufe der Zeit verändern kann.
1886 als Teil der Wasserversorgung errichtet, 1979 außer Betrieb genommen, 1987 zum technischen Denkmal erklärt und seit den 1990er Jahren immer wieder für Kunstausstellungen genutzt, hat der Turm inzwischen eine ganz neue Funktion bekommen.
Seit April 2024 ist er ein Dritter Ort.
Und vielleicht ist genau das die interessanteste Geschichte dieses Wasserturms: Er wurde nicht einfach zu einem Museum gemacht, das man sich einmal anschaut und anschließend wieder verlässt. Stattdessen ist hier ein lebendiger Ort entstanden, an dem Kultur, Bildung und Begegnung stattfinden.
Mein Fazit
Ich wäre wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, den Wasserturm Wesel gezielt zu besuchen, wenn ich nicht zufällig beim Guten Morgen Festival in Bochum von ihm erfahren hätte.
Umso schöner, dass aus diesem kleinen Hinweis tatsächlich ein Besuch geworden ist.
Wer in Wesel unterwegs ist, sollte sich den Wasserturm deshalb ruhig einmal anschauen. Die Kombination aus ungewöhnlicher Architektur, technischer Geschichte, Kunstausstellungen, dem Konzept des Dritten Ortes und vor allem der Aussicht macht den Besuch zu einem lohnenswerten kleinen Ausflug.
Und falls ihr den Eingang nicht sofort findet: Macht euch nichts daraus. Einmal um den Turm herumzugehen, ist ohnehin eine gute Möglichkeit, ihn zunächst von außen kennenzulernen. 😉

















































