Manchmal entdeckt man Sehenswürdigkeiten genau dort, wo man sie überhaupt nicht erwartet.
Wasserturm – von unten nach oben
Der Wasserturm in der Weseler Innenstadt ist zwar ein bekanntes Wahrzeichen der Stadt, mir war er bis vor Kurzem allerdings völlig unbekannt. Zum ersten Mal gehört habe ich von ihm beim diesjährigen Guten Morgen Festival der GLS Bank in Bochum. Dort wurde der Wasserturm an einem Stand als Beispiel für das Förderprogramm „Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung“ des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen vorgestellt.
Dritter Ort – Kultur. Begegnung. Mitmachen.
Das machte mich neugierig. Also nahm ich mir vor: Wenn ich das nächste Mal in Wesel bin, schaue ich mir diesen ungewöhnlichen Ort einmal selbst an.
Ein etwas ungewöhnlicher erster Besuch
Gesagt, getan.
Allerdings hätte mein erster Besuch fast mit einem Rundgang um den Wasserturm geendet.
Ich fand den Eingang zunächst nicht und lief deshalb erst einmal durch die engen Straßen rund um das Gebäude. Irgendwie kam mir die Stelle des Zugangs sehr verdächtig bekannt vor – und ich stellte fest, dass ich den Turm ziemlich genau einmal umrundet hatte.
Wasserturm Wesel – von außen zylindrisch – innen konisch
Nun gut. So hatte ich zumindest schon einmal einen guten ersten Eindruck von dem markanten Bauwerk gewonnen.
Beim zweiten Anlauf entdeckte ich dann auch den Eingang. Und der war ausgesprochen einladend.
Ich wurde freundlich begrüßt und direkt eingeladen, mir die aktuelle Fotoausstellung anzusehen und anschließend auf eigene Faust bis zur Aussichtsplattform auf der Turmspitze hinaufzusteigen. Außerdem bekam ich vom freundlichen „Turmwächter“ 😉 noch eine kurze Einführung in die Geschichte des Gebäudes.
Der Wasserturm als Ausstellungsraum
Mehr als nur ein Wasserturm
Was den Weseler Wasserturm heute besonders interessant macht, ist allerdings nicht allein seine Architektur oder die Aussicht.
Seit April 2024 ist er ein „Dritter Ort“.
Der Begriff klingt zunächst etwas abstrakt. Gemeint sind damit Räume, die neben den klassischen Lebensorten Zuhause und Arbeitsplatz entstehen. Sie sollen offen sein für Begegnung, Kultur, Bildung und Austausch.
Ein wichtiger Gedanke dabei: In einem solchen Dritten Ort soll es keinen Konsumzwang geben. Man muss also nicht erst etwas kaufen, um sich dort aufhalten zu dürfen – anders als beispielsweise im Café oder Restaurant.
Im Wasserturm wird dieses Konzept ziemlich vielfältig mit Leben gefüllt. Angeboten werden unter anderem Kreativtreffs, Smartphone-Kurse, Vorträge zu Gesundheitsthemen, Mitbring-Frühstücke, Lesungen und Musikveranstaltungen.
Ich finde das Konzept tatsächlich ziemlich spannend. Gerade in einer Zeit, in der viele Begegnungen zunehmend digital stattfinden, braucht es Orte, an denen Menschen einfach zusammenkommen, sich austauschen und gemeinsam etwas erleben können.
Und ein ehemaliger Wasserturm ist dafür natürlich eine ziemlich ungewöhnliche Kulisse.
Zwei Türme in einem
Auch architektonisch lohnt sich der Besuch.
Denn genau genommen besteht der Weseler Wasserturm aus zwei Türmen.
Der ursprüngliche, konisch zulaufende Turm wurde bereits 1886 errichtet. Rund 50 Jahre später erhielt er eine zusätzliche Außenummantelung. Aus dem ursprünglichen konischen Bau wurde dadurch äußerlich der heute prägende zylindrische Turm.
links zylindrischer Turm – rechts konischer Turm
Warum man diesen ungewöhnlichen Umbau vorgenommen hat, ist nicht endgültig geklärt. Eine interessante Theorie sieht einen Zusammenhang mit dem zunehmenden Einfluss des Bauhaus und der modernen Architektur in den 1920er Jahren. Möglicherweise erschien der ursprüngliche Turm inzwischen zu altmodisch und sollte optisch an die neue Zeit angepasst werden.
So entstand ein durchaus ungewöhnliches Ergebnis: Ein historischer Wasserturm steckt gewissermaßen in einem jüngeren Wasserturm.
1.000 Kubikmeter Wasser im Turm
Auch im Inneren verbirgt sich eine interessante technische Geschichte.
Der ursprüngliche Turm besaß zunächst einen Wasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 600 Kubikmetern. Im Jahr 1923 wurde zusätzlich ein weiterer Behälter mit 400 Kubikmetern Fassungsvermögen eingebaut.
Innenleben
Damit konnte der Wasserturm schließlich insgesamt 1.000 Kubikmeter Wasser speichern.
Füllstandsanzeige
Die eigentliche technische Funktion hat er allerdings längst verloren. 1979 wurde der Wasserturm außer Betrieb genommen. Seit 1987 steht er als technisches Denkmal unter Schutz.
Statt Wasser wird heute also vor allem Kultur nach oben transportiert.
42 Meter über Wesel
Der eigentliche Höhepunkt des Besuchs liegt natürlich ganz oben.
Bis zur Aussichtsplattform sind es rund 42 Meter. Der Aufstieg lohnt sich, denn oben wartet eine hervorragende Panoramaaussicht über Wesel.
Von hier bekommt man einen ganz anderen Eindruck von der Stadt. Die Perspektive reicht weit über die unmittelbare Umgebung hinaus und macht deutlich, wie stark Wesel von den weiten Landschaften des Niederrheins geprägt ist.
Nach dem Rundgang durch die Ausstellung und dem Aufstieg zur Aussichtsplattform war für mich jedenfalls klar: Der kleine Umweg zum Wasserturm hat sich gelohnt.
Vom technischen Denkmal zum Dritten Ort
Die Geschichte des Wasserturms ist damit auch ein schönes Beispiel dafür, wie sich die Bedeutung eines Gebäudes im Laufe der Zeit verändern kann.
1886 als Teil der Wasserversorgung errichtet, 1979 außer Betrieb genommen, 1987 zum technischen Denkmal erklärt und seit den 1990er Jahren immer wieder für Kunstausstellungen genutzt, hat der Turm inzwischen eine ganz neue Funktion bekommen.
Seit April 2024 ist er ein Dritter Ort.
Und vielleicht ist genau das die interessanteste Geschichte dieses Wasserturms: Er wurde nicht einfach zu einem Museum gemacht, das man sich einmal anschaut und anschließend wieder verlässt. Stattdessen ist hier ein lebendiger Ort entstanden, an dem Kultur, Bildung und Begegnung stattfinden.
Mein Fazit
Ich wäre wahrscheinlich nicht auf die Idee gekommen, den Wasserturm Wesel gezielt zu besuchen, wenn ich nicht zufällig beim Guten Morgen Festival in Bochum von ihm erfahren hätte.
Umso schöner, dass aus diesem kleinen Hinweis tatsächlich ein Besuch geworden ist.
Wer in Wesel unterwegs ist, sollte sich den Wasserturm deshalb ruhig einmal anschauen. Die Kombination aus ungewöhnlicher Architektur, technischer Geschichte, Kunstausstellungen, dem Konzept des Dritten Ortes und vor allem der Aussicht macht den Besuch zu einem lohnenswerten kleinen Ausflug.
Und falls ihr den Eingang nicht sofort findet: Macht euch nichts daraus. Einmal um den Turm herumzugehen, ist ohnehin eine gute Möglichkeit, ihn zunächst von außen kennenzulernen. 😉
Der Urban Trail Bochum ist diesmal keine Punkt-zu-Punkt-Wanderung, sondern ein klassischer Rundweg. Im Prinzip kann man an jeder beliebigen Stelle einsteigen. Da die Route auch den Bochumer Hauptbahnhof berührt, ist sie zudem hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Ich bin den Trail Anfang August 2026 vom Hauptbahnhof aus gegen den Uhrzeigersinn gelaufen. Den GPS-Track hatte ich auf mein Wander-GPS geladen und bin der vorgegebenen Strecke ziemlich genau gefolgt.
Die gelben Markierungszeichen waren bei meiner Wanderung bereits an vielen Stellen vorhanden, allerdings offenbar noch nicht vollständig. Ich würde deshalb auch hier empfehlen, zur Sicherheit mit GPS-Gerät oder einer Navigations-App wie komoot unterwegs zu sein. Den Track und die Route kann man über die unten verlinkte Seite von Ruhr Tourismus herunterladen.
Was mir auf dieser Tour besonders gefallen hat: Bochum zeigt sich hier nicht als perfekt herausgeputzte Sehenswürdigkeitenstadt, sondern als ziemlich authentische Mischung aus Bergbau- undd Stahlgeschichte, Stadtleben, Street Art, Parks, Arbeitersiedlungen und ganz normalem Ruhrpott-Alltag.
Vom Hauptbahnhof mitten hinein ins Stadtleben
Direkt nach dem Verlassen des Hauptbahnhofs geht es zunächst mitten hinein in die Bochumer Innenstadt. Die Fußgängerzone bietet dabei gleich eine große Auswahl an Cafés und Bäckereien. Wer vor der Wanderung noch ein Frühstück oder einen Kaffee benötigt, hat hier also die Qual der Wahl.
Am Dr.-Ruer-Platz biegt die Route ab und führt vorbei an der Pauluskirche zum Platz am Kuhhirten. Schon hier begegnet einem ein Thema, das mich auf der gesamten Tour immer wieder begleitet: Street Art.
Am Treppenabgang befindet sich ein Mural der Kölner Künstlerin metraeder, deren charakteristische Gitterstruktur man hier sehr gut erkennen kann.
Weiter geht es vorbei an St. Peter und Paul und am Gerberviertel in Richtung Nordring. Nach der Unterquerung der Bahnstrecke geht es über einige Stufen hinauf – und plötzlich steht man vor einem der markantesten Gebäude Bochums.
Planetarium: Eine Reise zu den Sternen
Das Bochumer Planetarium ist schon von außen beeindruckend. Der markante Kuppelbau wurde als Big Beautiful Building ausgezeichnet und beherbergt eines der meistbesuchten Sternentheater Europas.
Wer Zeit mitbringt, sollte die Gelegenheit nutzen und eine Vorstellung besuchen. Während einer Wanderung lässt sich zwar nur ein kurzer Blick auf das Gebäude werfen, aber der Gedanke, mitten in Bochum in fremde Galaxien reisen zu können, passt irgendwie perfekt zu diesem ungewöhnlichen Bau.
Die Route führt anschließend an der Bochumer Synagoge vorbei in den großen Stadtpark.
Stadtpark und Bismarckturm
Der Bochumer Stadtpark ist eine angenehme Überraschung. Die weitläufige Anlage mit alten Bäumen, Teich, Fontäne und kleinem Wasserfall vermittelt fast den Eindruck, die Großstadt sei plötzlich weit entfernt.
Bei meiner Wanderung im August 2026 wurde allerdings an mehreren Stellen gerade kräftig renoviert. Teilweise war nicht ganz klar, ob man die neu angelegten Wege bereits betreten durfte. Absperrungen oder ausdrückliche Verbotsschilder waren allerdings nicht zu sehen.
Ein markanter Punkt im Park ist der alte Bismarckturm. Mit seinen 33 Metern ist er der höchste Bismarckturm in Nordrhein-Westfalen.
Von dort führt der Weg am idyllischen Teich entlang und anschließend wieder hinaus in Richtung Freiligrathstraße.
Durch Schrebergärten zum Bergbau-Museum
Nach einigen sehenswerten alten Stadthäusern biegt die Route in eine typische Ruhrgebiets-Kleingartenanlage ab.
Ich mag solche Passagen bei Urban Trails besonders. Die Kleingärten sind eben nicht nur ordentlich angelegte Beete, sondern häufig kleine persönliche Welten. Zwischen Blumen, Gemüsebeeten und Gartenlauben entdeckt man immer wieder skurrile Dekorationen und witzig kreative Ideen der Besitzer.
Am anderen Ende der Anlage zeichnet sich bereits das nächste große Ziel ab: das markante Fördergerüst des Deutschen Bergbau-Museums.
Das Museum gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Bochums und ist das größte Bergbaumuseum der Welt. Besonders das Anschauungsbergwerk ist ein Erlebnis. Nach wenigen Minuten unter Tage entsteht tatsächlich das Gefühl, sich in einem echten Bergwerkstollen zu befinden.
Wer den Urban Trail mit einem Museumsbesuch verbinden möchte, sollte dafür allerdings entsprechend Zeit einplanen.
Bochum wird alternativ
Hinter dem Bergbau-Museum verändert sich die Umgebung erneut. Die Route führt in ein städtisches Viertel mit deutlich alternativem Einschlag.
Wir passieren unter anderem die Quartiershalle in der KoFabrik, die als offener Ort für die Nachbarschaft gedacht ist. An der Ecke zur Windmühlenstraße fällt ein gut besuchtes Café auf. Für eine Pause scheint mir das eine interessante Möglichkeit zu sein.
Anschließend geht es durch den Apollonia-Pfaus-Park und über kleinere Stadtwege vorbei am Gesundheitsamt und der Christuskirche zum Platz des Europäischen Versprechens.
Und wieder lohnt es sich, aufmerksam zu sein.
An der Fassade des Restaurants DeFermo befindet sich eine inzwischen etwas verwitterte Erinnerungstafel, die an eine frühe Braustätte Bochums erinnert.
Ein Manta-Rochen an der Schlegel-Brauerei
Nur wenige Meter weiter wartet ein besonders ungewöhnliches Bochumer Motiv: ein riesiger Manta-Rochen von Denis Klatt.
Das Gebäude gehörte einst zur Schlegelbrauerei. Der Manta ist dabei mehr als nur ein schönes Wandbild. Er spielt auch auf den legendären Opel Manta an – jenes Kultauto, das im Bochumer Opelwerk produziert wurde und durch den Film Manta, Manta! endgültig zum Ruhrgebiets-Klischee avancierte.
Hier treffen auf wenigen Quadratmetern gleich mehrere Bochumer Geschichten aufeinander: Bier, Autos, Industrie und Popkultur.
Street Art auf dem Weg zum Westpark
Die Route verlässt nun langsam das unmittelbare Stadtzentrum. An der Ecke Diekampstraße/Schmidtstraße befindet sich ein weiteres sehenswertes Mural von Martin Bender.
An der Alleestraße gibt es noch einmal Gelegenheit, Getränke oder Proviant einzukaufen. Außerdem finden sich entlang dieses Abschnitts einige Cafés.
Nach der Überquerung der Straße geht es leicht bergauf in den Westpark.
Industriekultur im Westpark
Der Westpark liegt auf dem Gelände des ehemaligen Bochumer Vereins, und hier ist nicht der Vfl gemeint, sondern ein ehemals bedeutender Montankonzern. Heute ist daraus ein großzügiger Landschafts- und Erholungspark geworden.
Der Kontrast ist beeindruckend: Wo früher schwere Industriearbeit stattfand, finden heute Konzerte, Festivals und andere Kulturveranstaltungen statt. Der Urban Trail führt praktisch einmal um den Gebäudekomplex herum.
Man muss allerdings gar nicht viel Fantasie aufbringen, um sich vorzustellen, wie anders dieser Ort früher ausgesehen und angefühlt haben muss. Die erhaltenen Industriegebäude sind die sichtbaren Überreste einer Zeit, in der Bochum noch wesentlich stärker von Stahl und Schwerindustrie geprägt war.
Am Josef-Anton-Gera-Platz wartet dann schon wieder ein völlig anderes Motiv: ein riesiges Mural an einer Hauswand.
Arbeitersiedlung Stahlhausen
Nach einer weiteren Überquerung der Alleestraße führt der Weg in die ehemalige Arbeitersiedlung Stahlhausen.
Die roten Backsteinhäuser mit ihren teilweise auffälligen Fliesenverzierungen vermitteln einen guten Eindruck davon, wie die Wohnwelt der Arbeiter früher aussah.
Durch die Siedlung geht es über einen ungewöhnlich gestalteten Spielplatz weiter in Richtung Springerplatz. Besonders die Spielgeräte sind hier einen genaueren Blick wert.
Wer an einem Freitagnachmittag unterwegs ist, hat am Springerplatz zudem eine weitere attraktive Pausenmöglichkeit: Dann findet dort der Moltkemarkt statt, auf dem neben klassischen Marktangeboten auch zahlreiche Streetfood-Stände zu finden sind.
Ein Haus voller Street Art
An der Ecke Annastraße/Springerplatz wartet ein weiteres meiner persönlichen Highlights der Tour.
Ein komplettes Haus ist mit unterschiedlichen Murals gestaltet, die von verschiedenen Street-Art-Künstlern stammen. Ich würde hier nicht einfach vorbeilaufen, sondern das Gebäude einmal umrunden. Die unterschiedlichen Stilrichtungen und Techniken kommen erst richtig zur Geltung, wenn man die verschiedenen Seiten betrachtet.
Überhaupt entwickelt sich Street Art auf diesem Urban Trail zu einer Art rotem Faden. Fast hinter jeder nächsten Ecke scheint wieder ein neues Wandbild aufzutauchen.
Bermudadreieck: Bochums berühmtes Nachtleben
Im weiteren Verlauf geht es wieder Richtung Innenstadt. Vor uns taucht die ehemalige St.-Marien-Kirche auf, deren ungewöhnliche Form auf Fotos fast ein wenig an eine Rakete erinnert.
Direkt daneben liegt das Anneliese Brost Musikforum Ruhr.
Die Route führt anschließend über den Kerkweg direkt ins Bermuda3Eck.
Das berühmte Bochumer Ausgehviertel ist ein ziemlicher Kontrast zu den vorherigen Abschnitten. Statt Schrebergärten, Arbeitersiedlungen und Industrieanlagen gibt es hier Kneipen, Restaurants, Bars und jede Menge Menschen.
Wer eine Pause braucht, findet hier natürlich unzählige Möglichkeiten.
Und selbstverständlich darf auch ein Stück Ruhrgebietskultur nicht fehlen: die Currywurst – nicht zuletzt durch Herbert Grönemeyers musikalisch verewigt.
Mein Street-Art-Profi-Tipp
Wer etwas Zeit hat, sollte das Bermuda3Eck nicht einfach nur oberirdisch durchqueren. Ein Abstecher in die U-Bahn-Station Bermuda3Eck/Musikforum lohnt sich.
Die Station ist fast eine unterirdische Street-Art-Galerie. Die Arbeiten von Denis Klatt verwandeln den Bahnhof in eine bizarre Unterwasserwelt der Bermuda Islands. Für mich ist das eine der ungewöhnlichsten Stellen der gesamten Tour.
Ehrenfeld: authentisches Bochum
Nach dem Bermudadreieck geht es wieder unter der Bahnüberführung hindurch. Dahinter liegt die Königsallee, die spätestens seit Herbert Grönemeyers Bochum ebenfalls einen festen Platz in der Stadtkultur besitzt.
Die Route biegt allerdings in die Alte Hattinger Straße ab und führt in das lebendige Viertel Ehrenfeld.
Hier zeigt sich Bochum noch einmal von seiner sehr eigenen Seite. Große Wandbilder, kleine Läden, Gastronomie und eine teilweise etwas schräge Nachbarschaftskultur sorgen für eine Atmosphäre, die schwer zu beschreiben ist.
Manchmal grüßt sogar ein Skelett mit Frosch als Fensterstopper die vorbeilaufenden Passanten.
Auch hier gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine Pause oder einen spontanen Abstecher.
Noch einmal Street Art – wieder unter Tage
In Richtung Schauspielhaus kann man sich wieder entscheiden: oberirdisch weitergehen oder einen Teil des Weges durch die U-Bahn-Station nehmen.
Ich würde die zweite Variante zumindest einmal ausprobieren.
An den zur Königsallee gelegenen Abgängen zur U-Bahnstation Schauspielhaus befinden sich weitere große Sprühkunstwerke von Denis Klatt, diesmal thematisch passend zum Schauspielhaus.
Das Schauspielhaus Bochum selbst war während meiner Wanderung im August 2026 eingerüstet. Die Sanierung soll bald abgeschlossen sein. Momentan erinnerte das Gebäude deshalb eher an eine temporäre Christo-Installation – die ursprüngliche Architektur lässt sich aber erahnen.
Ein Pottwal zum Abschluss
Über die Taubenstraße geht es weiter durch Wohngebiet. Unterwegs wartet noch ein riesiges Rotkehlchen auf einer Hauswand.
Danach führt die Route durch einen neu angelegten Pocket-Park mit einigen Sitzgelegenheiten.
Und dann kommt das große Finale.
An einer Hauswand erscheint ein riesiger (Ruhr)Pottwal, unter dem eine Landschaft mit untergehenden Zechen dargestellt ist.
Ein riesiger Pottwal ziert die Hauswand
Das Mural greift damit noch einmal eines der zentralen Themen dieser Wanderung auf: die Verbindung von Natur, Stadt und industrieller Vergangenheit.
Von hier sind es nur noch wenige Schritte und eine letzte Unterquerung der Bahnstrecke – und schon steht man wieder am Bochumer Hauptbahnhof.
Fazit: Bochum einmal quer durch die Stadt
Der Bochumer Urban Trail hat mir ausgesprochen gut gefallen – allerdings aus einem etwas anderen Grund als beispielsweise die Tour von Herten nach Herne.
Hier steht weniger die große Landschaft im Vordergrund. Stattdessen entdeckt man die Stadt selbst.
Bergbau-Museum und Jahrhunderthalle erzählen von der industriellen Vergangenheit. Arbeitersiedlungen erinnern an das Leben der Menschen, die diese Industrie getragen haben. Das Bermuda3Eck und Ehrenfeld zeigen das heutige Bochum. Und dazwischen tauchen immer wieder überraschende Parks, Kleingärten, Cafés und vor allem jede Menge Street Art auf.
Gerade diese vielen kleinen Entdeckungen machen den Reiz der Strecke aus. Man sollte deshalb nicht versuchen, die gut 12 Kilometer möglichst schnell abzuwandern. Es lohnt sich, langsam zu gehen, nach links und rechts zu schauen und auch einmal einen kleinen Umweg zu machen.
Wer Bochum nicht nur über die großen Sehenswürdigkeiten kennenlernen möchte, sondern Lust auf ein authentisches, buntes und manchmal durchaus etwas schräges Ruhrgebiet hat, für den ist dieser Urban Trail eine sehr gute Gelegenheit.
Bergbau, Bier, Bermuda3Eck, Street Art, Arbeitersiedlungen, Industriekultur und ganz normaler Ruhrpott-Alltag – Bochum kann man auf dieser Runde tatsächlich ziemlich gut „erlaufen“.
Praktische Informationen
Streckenart: Rundwanderung
Start/Ziel: Bochum Hauptbahnhof
Streckenlänge: entsprechend der offiziellen Route, GPS-Track empfohlen
Anreise: sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln
Navigation: Markierungen waren bei meiner Wanderung weitgehend vorhanden, aber noch nicht vollständig
Empfehlung: GPS-Gerät oder Navigations-App mit geladenem Track
Besondere Highlights: Planetarium, Stadtpark, Deutsches Bergbau-Museum, Jahrhunderthalle, Westpark, Bermudadreieck, Ehrenfeld und zahlreiche Street-Art-Werke
Pausen: zahlreiche Cafés, Gastronomie und am Springerplatz freitags der Moltkemarkt
Auf meiner üblichen Radtour von Mülheim in Richtung Rhein-Herne-Kanal entdeckte ich irgendwann Anfang März 2026 ein auffälliges gelbes und ein bißchen kryptisch wirkendes Schildchen mit einem stilisiert geschwungenem UT und dem Hinweis URBN TRLS.
Es war schnell zu erkennen, dass hier die Vokale weggelassen wurden und es sich dann zu Urban Trails erweitern sollte. Zuhause habe ich etwas recherchiert und recht schnell die Seite des Regionalverbands Ruhr bzw. Tourismus Ruhr ausfindig gemacht.
Dort werden die Wanderungen in städtischen Gebiet also beschrieben, inklusive herunterladbaren GPS-Daten, Links zu Komoot und einigen Fotos. Da sich die Tourenvorschläge recht interessant anhörten und auch zu vielen sehenswerten Attraktionen im Ruhrgebiet führen, habe ich dann kurzerhand beschlossen, diese Wanderungen ebenfalls in den bevorstehenden Wochen eine nach der anderen nachzulaufen.
Ich folgenden bzw. auf den detaillierten Tourenseiten stelle ich daher meine Eindrücke dar, so wie ich die Wanderungen im dicht besiedelten Ruhrgebiet erlebt habe. Vorweg: es sind wirklich sehr schöne Routen, die eine herrliche Kombination aus städtischen Ruhrgebietscharme, Industriekultur und den grünen und hügeligen Seite des Region zeigen. Die ruhrgebietstypischen Halden und Fördertürme dürfen dabei natürlich auch nicht fehlen.
Den Urbn.Trl in Gelsenkirchen bin ich Anfang Juni gelaufen.
Nur wenige Tage später dann die städtische Wanderung in Dortmund.
Den bis dahin letzten aus der aktuellen Reihe in Hagen Anfang Juli.
Anfang August wurden dann die Wanderung von Herne nach Herten veröffentlicht, den ich auch unmittelbar angegangen bin, jedoch in umgekehrter Laufrichtung.
Ich hatte mir dazu jeweils die GPS-Tracks heruntengeladen und auf mein Wandernavi übertragen, was sich als sehr nützlich herausgestellt hat, da die Markierungen nicht überall gleich zuverlässig bzw. in Mülheim zu meinem Wanderzeitpunkt noch gar nicht vorhanden waren. Daher würde ich sehr empfehlen eine elektronische Möglichkeit zur Routenüberprüfung in der Hinterhand zu haben, also entweder GPS-Track, Komoot oder einfach nur Google-Maps über die Webseite des RVR.
Generell kann man die Wege wohl in beide Richtungen gehen, jedenfalls ist mir bei meinen Wanderungen aufgefallen, dass – bei vorhandener Markierung – diese in beide Richtungen vorhanden war. Man kann sich also frei entscheiden,wo und in welche Richtung man sich vom startet.
Dieser Artikel ist keine bezahlte Werbung – sondern beschreibt die Eindrücke meines ersten Besuches des Eröffnungstag am 22.7.26.
Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen hat am 22. Juli 2026 offiziell eröffnet. Nach einer kurzfristigen Verschiebung des ursprünglich geplanten Eröffnungstermins konnten die ersten Besucher heute endlich das neue Freizeit- und Ausflugsziel direkt am Westfield CentrO Oberhausen erkunden.
Das neue Erlebnis-Dorf ist das achte Karls Erlebnis-Dorf in Deutschland und gleichzeitig der erste Standort in einer Großstadt. Mit seiner Mischung aus Fahrgeschäften, Restaurants, Schaumanufakturen und einer großen Markthalle dürfte es sich schnell zu einem beliebten Ausflugsziel für Familien im Ruhrgebiet entwickeln.
Große Besucherzahlen bereits am Eröffnungstag
Schon lange vor der offiziellen Öffnung der neuen Karls Manufakturen-Markthalle um 11:00 Uhr bildete sich eine mehrere hundert Meter lange Warteschlange. Zahlreiche Familien mit Kindern warteten geduldig auf den Startschuss, um das neue Erlebnis-Dorf als Erste zu entdecken.
Trotz der offiziellen Eröffnung waren auf dem Gelände noch letzte Arbeiten zu beobachten. Im Hintergrund standen weiterhin Handwerkerfahrzeuge, vereinzelt fuhren noch Bagger über das hintere Gelände und einige Bereiche waren auch noch nicht vollständig in Betrieb. So waren beispielsweise das Curryversum mit der Erdbeer-Bratwurst sowie das Kuddel-Muddel-Café am Eröffnungsvormittag noch nicht vollständig geöffnet.
Erster Bauabschnitt für rund 45 Millionen Euro
Nach Angaben des Betreibers umfasst der erste Bauabschnitt rund 46.000 Quadratmeter. Dafür wurden etwa 45 Millionen Euro investiert.
Die unmittelbare Anbindung an das Westfield CentrO Oberhausen, eines der größten Einkaufs- und Freizeitzentren Deutschlands, macht den neuen Standort besonders attraktiv. Shopping und Freizeit lassen sich hier künftig ideal miteinander verbinden.
Liebevoll gestaltete Erlebniswelt rund um Erdbeeren, Bauernhof und Handwerk
Schon beim Betreten des Geländes fällt die aufwendige Gestaltung auf. Das gesamte Erlebnis-Dorf ist mit viel Liebe zum Detail dekoriert und verbindet die Themen Erdbeeren, Bauernhof, Landwirtschaft und traditionelles Handwerk.
Ein echter Blickfang befindet sich in der großen Manufakturen-Markthalle. Dort steht nach Angaben von Karls vermutlich die größte Kaffeekannen-Sammlung der Welt. Laut Informationstafel umfasst die Ausstellung inzwischen mehr als 23.000 Kaffeekannen und dürfte damit einzigartig sein.
Diese Attraktionen bietet Karls Erlebnis-Dorf Oberhausen
Vor allem Familien mit Kindern finden zahlreiche Attraktionen. Zu den Highlights gehören unter anderem:
Erdbeer-Wendelrutsche
Stabmixer-Freifallturm
Pipi-Kaka-Land
Go-Karts
Bumper Cars
Wasserspielplatz
kostenfreies Indoor-Tobeland
Erdbeer-Döner
Eine besondere Idee ist die Maisscheune. Statt eines klassischen Bällebades können Kinder hier durch unzählige Maiskörner wühlen und spielen – ein außergewöhnliches Erlebnis, das man so nur selten findet.
Schaumanufakturen bieten spannende Einblicke
Zu den beliebtesten Bereichen dürften die gläsernen Schaumanufakturen gehören. Besucher können hier live beobachten, wie bunte Bonbons, frisches Popcorn und weitere Leckereien hergestellt werden. Ebenso gibt es eine Kreativwerkstatt, in der man selbst aktiv werden kann. Ich habe zum Beispiel zu bemalende Keramik entdeckt.
Besonders beliebt ist außerdem die Marmeladenküche. Dort wird täglich frische Erdbeermarmelade aus originalen Karls-Erdbeeren direkt vor den Augen der Besucher gekocht.
Karlchen sorgt täglich für Unterhaltung
Das Karls-Maskottchen Karlchen gehört selbstverständlich ebenfalls zum neuen Standort. Mehrmals täglich finden Shows und Mitmachaktionen statt, bei denen insbesondere Kinder auf ihre Kosten kommen.
Der Eintritt in das Erlebnis-Dorf ist derzeit kostenlos. Für die Fahrgeschäfte und Erlebnisse ist jedoch zu zahlen. Dafür stehen überall auf dem Gelände Zahlautomaten bereit. Es gibt jedoch auch Tageskarten und Jahreskarten wählen, welche aus meiner Sicht den meisten Nutzen bringen und angemessen bepreist sind.
Ein Vorteil der Jahreskarten: Sie gelten nicht nur in Oberhausen, sondern können auch in allen anderen Karls Erlebnis-Dörfern genutzt werden.
Preise in den Restaurants
Auch gastronomisch setzt Karls auf eine Mischung aus klassischen Gerichten und kreativen Erdbeer-Spezialitäten.
Die Preise bewegen sich auf einem Niveau, das mittlerweile in vielen Freizeitparks oder Ausflugslokalen üblich ist. Beispiele (Stand: Juli 2026):
Erdbeer-Döner: 9,50 Euro
Currywurst-Menü: 8,40 Euro
Kringelpommes: 3,90 Euro
Cappuccino: 3,50 Euro
Fazit: Eine Bereicherung für Oberhausen
Auch wenn am Eröffnungstag noch kleinere Restarbeiten liefen und einzelne Bereiche noch nicht vollständig geöffnet waren, hinterlässt Karls Erlebnis-Dorf bereits einen sehr positiven Eindruck.
Die Mischung aus Fahrgeschäften, Gastronomie, Einkaufsmöglichkeiten, Schaumanufakturen und der liebevoll gestalteten Themenwelt macht das Erlebnis-Dorf zu einem attraktiven Ausflugsziel für das gesamte Ruhrgebiet. Familien mit Kindern finden hier zahlreiche Spiel- und Freizeitmöglichkeiten, während Erwachsene gemütlich durch die große Markthalle schlendern, regionale Spezialitäten entdecken oder den Handwerkern in den Schaumanufakturen bei der Arbeit zusehen können.
Mein Eindruck: Mit Karls Erlebnis-Dorf hat Oberhausen eine außergewöhnliche neue Attraktion erhalten, die das Freizeitangebot der Stadt sinnvoll erweitert. Das Konzept aus Freizeitpark, Bauernhof-Atmosphäre, Manufakturen und Gastronomie ist stimmig umgesetzt und dürfte Besucher weit über das Ruhrgebiet hinaus anziehen.
Im Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen wurden im Rahmen des Projekts „Kunst erobert den Raum!“ Arbeiten von Studierenden der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen geschaffen. Unter anderem habe ich dabei auch wieder Quallen entdeckt. Wenn ich das richtig sehe, wurden diese schwebenden Meereswesen von Gwendola Zelenka kreiiert.
Eine malerische Flusslandschaft, historische Orte und eine ruhige Atmosphäre – all das erwartet Kanufahrer, die sich auf eine abenteuerliche Tour von Essen-Werden über Kettwig nach Mülheim an der Ruhr begeben. Die Route entlang der Ruhr bietet sowohl Naturliebhabern als auch Kulturinteressierten eine einzigartige Möglichkeit, die grüne Seite des Ruhrgebiets vom Wasser aus zu erkunden.
Diese Tour ist eine Flußtour – point-to-point, das heißt man muss sich Gedanken machen, wie man ggf. zurück zum Ausgangspunkt kommt, wenn man dort beispielsweise sein Auto geparkt hat. Bei meiner Fahrt bin ich mit dem Luftkajak unterwegs gewesen und bin problemlos mit der S-Bahn vom Essener Hauptbahnhof zum Bahnhof Essen Werden gefahren. Von dort war es nur noch ein kurzer Fußweg zur Einsetzstelle an der Ruhr. Am Ende war es noch ca. 15 Minuten Fußweg vom der Aussetzstelle zurück zur Straßenbahn, die mich dann zurück zum Mülheimer Bahnhof gebracht hat.
Einsetzstelle in Essen Werden
Der Ausgangspunkt unserer Kanufahrt liegt im Essener Stadtteil Werden, der für seine historische Altstadt und die Stiftskirche St. Ludgerus bekannt ist. Nachdem wir das Kajak startklar gemacht haben und uns in die Ruhr eingelassen haben, beginnt unsere Reise flussabwärts in Richtung Kettwig.
Auf der Ruhr zwischen Werden und Kettwig
Die Ruhr schlängelt sich durch eine idyllische Landschaft mit bewaldeten Ufern, Wiesen und kleinen Inseln. Das ruhige Gewässer bietet ideale Bedingungen für eine entspannte Kanutour. Während wir uns auf dem Wasser fortbewegen, werden wir von der sanften Strömung mitgetragen und können die beeindruckende Naturkulisse genießen.
Kettwig an der Brücke
Nach einiger Zeit passieren wir eine alte Eisenbahnbrücke und erreichen Kettwig, einen charmanten Stadtteil Essens am Flussufer. Die historische Altstadt von Kettwig ist geprägt von Fachwerkhäusern, engen Gassen und einem malerischen Marktplatz. Hier lohnt es sich durchaus, eine Pause einzulegen und die Atmosphäre des Ortes zu genießen. Man kann durch die verwinkelten Straßen schlendern, lokale Geschäfte erkunden oder in einem der gemütlichen Cafés am Flussufer eine Tasse Kaffee trinken.
Kettwig
In Kettwig ist ein Umtragen des Kajak erforderlich. Hierzu befinden sich auf der linken Seite vor dem Stauwehr Aus- und Einsetzstellen. Die auf dem Land zurückzulegende Entfernung beträgt geschätzte 200 Meter.
Gestärkt setzen wir unsere Kanufahrt fort und lassen Kettwig hinter uns. Die Ruhr führt uns nun weiter Richtung Mülheim an der Ruhr. Auf dem Weg dorthin passieren wir grüne Wiesen, die ikonische Mintarder Ruhrtalbrücke (die längste Stahlbrücke Deutschlands), und genießen ganz nebenbei die Natur ein. Vögel zwitschern in den Bäumen, und mit etwas Glück können wir die flinken – aber scheuen – Eisvögel entdecken, die immer mal wieder über der Wasseroberfläche flitzen. Oder man beobachtet einen der zahlreichen Graureiher, die am Ufer auf Beute lauern.
Die Mintarder Ruhrtalbrücke
Mülheim an der Ruhr erwartet uns schließlich mit seiner einladenden Uferpromenade und den zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang des Flusses.
Die Kanufahrt von Essen-Werden über Kettwig nach Mülheim an der Ruhr ist nicht nur ein Naturerlebnis, sondern bietet auch eine spannende Perspektive auf die Geschichte und Kultur des Ruhrgebiets. Die Ruhr war einst ein bedeutender Industriefluss, der den Transport von Kohle und anderen Gütern ermöglichte. Heute ist sie renaturiert und bietet eine lebendige Wasserstraße für Freizeitaktivitäten wie Kanufahren.
Schiffe der Weißen Flotte Mülheim
Während unserer Fahrt haben wir die Möglichkeit, die industrielle Vergangenheit des Ruhrgebiets zu reflektieren und die Transformation zur grünen Region zu erleben. Die Flusslandschaft hat sich erholt, und entlang der Ufer finden sich immer mehr Naherholungsgebiete, Radwege und Spazierpfade.
Es ist ratsam, die Kanutour im Voraus zu planen und sicherzustellen, dass man über die erforderliche Ausrüstung verfügt.
Während der Kanufahrt sollten wir auch die Umwelt respektieren und darauf achten, dass wir keinen Müll hinterlassen. Die Ruhr und ihre Ufer sind ein wertvolles Ökosystem, das geschützt werden sollte, um zukünftigen Generationen die Möglichkeit zu geben, die Schönheit dieses Flusses zu genießen.
Eine Kanufahrt von Essen-Werden über Kettwig nach Mülheim an der Ruhr ist eine unvergessliche Reise durch die Natur und Kultur des Ruhrgebiets. Es ist eine Gelegenheit, dem Alltag zu entfliehen, die Seele baumeln zu lassen und die vielfältigen Facetten dieser faszinierenden Region zu entdecken. Ob man ein Naturliebhaber, ein Geschichtsinteressierter oder einfach nur auf der Suche nach Abenteuer ist – diese Kanutour hat für jeden etwas zu bieten. Also nehmen Sie Ihre Paddel in die Hand, steigen Sie in ein Kanu und lassen Sie sich von der Ruhr verzaubern.
Viele stellen sich die Frage wie man einen Elektroroller am besten vor Diebstahl schützt. E-Scooter sind noch eine relativ neue Fahrzeugkategorie in Deutschland und sie unterschieden sich in ihrer Form und Gegebenheiten erheblich von Fahr- und Motorrädern. Somit sind die verfügbaren Schlösser für die bekannten Fahrzeuge nicht 1:1 für E-Scooter geeignet. Da es z.B. keine geschlossene Rahmenstruktur gibt, könnte eine Ketten- oder Kabelschloss einfach über die Länge des Rollers abgestreift, um ihn zu entwenden. Der typische E-Scooter bietet z.B. nur wenige oder keine Rahmenteile, die sich für das Anketten an einen festen Anker eignen. Man sollte auch beim Kauf des Elektrorollers selbst schon darauf achten, dass dieser eine feste Öse bietet, an der ein Schloss befestigt werden kann.
Zwei E-Scooter an einem Laternenpfahl gesichert.
Es ist daher sorgfältig zur prüfen, ob ein bestimmtes Schloss für den eigenen Elektroroller sinnvoll verwendet werden kann.
Oft werden sogenannte Handschellenschlösser, aber auch herkömmliche Fahrradschlösser für die E-Scooter empfohlen. Potentielle Punkte für das Anbringen des Schlosses am Fahrrad sind die Räder, der vordere Rahmen oder der Klappmechanismus. Schauen Sie sich ihren Roller vorher genau an.
Ebenso kann ein Bremsscheibenschloss angebracht werden, um das Fahrzeug zu blockieren, er könnte dann aber immer noch weggetragen werden.
Manche Rollerbesitzer bringen zusätzlich einen bewegungsempfindlichen Alarmsensor an, der mittels Fernbedienung scharf geschaltet und später auch wieder deaktiviert werden kann.
Erst vor kurzem habe ich die herrliche Laufstrecke zum Signal Hill in Kapstadt hier vorgestellt. Um so erfreuter war ich als ich heute morgen die Werbebeilage der Firma Intersport in der Zeitung sah und dabei die charakteristischen Merkmale der von mir vorgestellten Laufrunde in Kapstadt auf den Werbebildern wiedererkannte. Ist ja auch kein Wunder, wo sonst bietet sich so ein fantastisches Panorama mit Bergen und Bäumen, Meer und blauen Wolken und einer Metropole im Hintergrund. Kapstadt ist ja bekanntlich auch ein Hotspot der Werbefotografie und -filmerei. Wenn man durch die Stadt schlendert, kann man sehr häufig Filmsets und Fotoshootings beobachten und man ist immer wieder erstaunt mit wieviel Aufwand solche Produktionen betrieben werden.
Werbungbeilage der Firma Intersport am 2.5.2020 in der WAZ
Eine gut 25 km lange Schleife vom Radschnellweg RS1 in Mülheim Innenstadt zum RS1 in Mülheim-Heißen. Es geht über ein Teilstück des Ruhrtalradwegs bis kurz vor Essen Werden und dann über ein Teilstück der Essener Wasserroute zurück auf den RS1.
Eine Übersichtskarte und der GPS-Track zum Nachfahren befinden sich unten auf dieser Seite.
Manchmal werden Wege auch durch Baustellen oder ähnliches beeinträchtigt. Daher übernehme ich keine Garantie, dass die Strecke wie dargestellt vollständig jederzeit befahrbar ist. Es ist daher empfehlenswert, Kartenmaterial oder zumindest den unten angegebenen Link auf die entsprechende Google-Karte zu verwenden, um im Falle des Falles selbständig eine kurze Umfahrung zurück auf den richtigen Weg zu finden.
Start an der Camera Obscura in Mülheim
Hier verlassen wir den Radschnellweg RS1
Wir verlassen den Radschnellweg RS1 in Höhe der Camera Obscura und folgen der ausgeschilderten Route des Ruhrtalradwegs (flussaufwärts). Direkt an dem alten Wasserturms fahren wir durch das kleine Tor auf das Müga-Geländes und halten uns dann rechts, um am Ringlokschuppen vorbeizufahren. Anschließend geht es kleine Steigung hoch zum Europa Pavilion. Hinter den Hecken auf der rechten Seite befindet sich ein Segment der ehemaligen Berliner Mauer.
Im weiteren Verlauf fahren über die Brücke und folgen dem Radweg über den Fossilienweg. Nach etwa 1 km fahren wir leicht links auf die langgezogene Holzbrücke, um die Straße Kassenberg zu überqueren. Endlich werden wir hier ans Ruhrufer geführt. Wir folgen dem Weg weiter und haben bald die Ruhr auf unserer linken Seite. Der Weg knickt an einem Hundeplatz nach rechts ab und nach Passieren des Hundeplatzes geht es nach links weiter. Vorbei an den Sportplätzen erreichen wir bald eine Wiese und biegen hier nach links ab, fahren über die kleine Eisvögelbrücke (wenn man geduldig ist, kann man diese kleinen Vögel hier auch beobachten) und folgen dem Radweg. Es geht wieder entlang der Ruhr. Wir folgen dem ausgeschilderten Radweg.Es geht unter der Straße hindurch und wir landen auf dem Ruhrdeich. Wir folgen dem Weg bis zur Straße, überqueren diese, und setzen die Fahrt auf dem Radweg auf gegenüberliegenden Seite in den Ruhrauen bis zum Reiterhof fort. Am Reiterhof geht es zunächst rechts, dann kurz links und wieder rechts in Richtung Wald.
Weg in Richtung Reiterhof – Ruhrtalbrücke
Hier biegen wir nach links ab in Richtung Ruhrtalbrücke, unterqueren diese, und setzen die Fahrt auf der ruhigen Straße bis zur Mintarder Kirche fort. Wir überqueren die Straße und fahren auf dem gegenüberliegenden Radweg weiter in Richtung Kettwig. In Kettwig angekommen, nutzen die Brücke zur Überquerung der Ruhr. Unmittelbar hinter der Brücke biegen wir rechts in Richtung der alten Eisenbahnbrücke ab und fahren weiter am Ufer entlang in Richtung Essen-Werden.
Eisenbahnbrücke in Essen-Kettwig
Auf dem Uferradweg passieren wir unter anderem den alten etwas versteckt liegenden Kattenturm. Nach 4 Kilometern entlang der Ruhr (am Restaurant 12 Apostel) biegen wir links ab und folgen dem ausgeschilderten Radweg „Wasserroute“. Die Wasserroute ist an den entsprechend markierten Schilder erkennbar und häufig auch durch blau markierte Quadrate auf dem Boden. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Beschreibung war der Radweg leider nach über Kreuzung der Eisenbahnlinie durch eine Baustelle blockiert.
Startpunkt Wasserroute – oft wird der Weg durch solche blaue Quadrate markiert.
Es gibt eine ausgeschilderte Umleitung, leider führt diese den relativ steilen Schuirweg hinauf. Es ist etwas anstrengend, aber nach einiger Zeit haben wir es geschafft. Die Abzweigung auf die regulären Weg ist leider nicht ausgeschildert, daher biegen wir in die Straße Walleney nach rechts ab und kurz danach sofort wieder links. Auf der rechten Seite liegt übrigens die sehr interessante Sternwarte Walter Hohmann. Doch wir folgen dem weiteren Verlauf der Walleneyer Straße bis wir bei der Essener Station des Deutschen Wetterdienst auskommen. Kurz danach treffen wir wieder auf eine Hauptstraße. Wir überqueren die Straße und folgen dem Radweg nach rechts. Nach etwa 350m führt ein kleiner Radweg links an Gärten vorbei bis zur der A52-Ausfahrt Essen Haarzopf. Wir überqueren die Straße an der Ampel und fahren weiter geradeaus bis zur nächsten Kreuzung. Dort passieren wir die Ampel, fahren aber direkt nach links weiter und folgen der ausgeschilderten Wasserroute.
Wetterradar – Deutscher Wetterdienst in Essen
Nach Überquerung der Autobahn sind es nur 200m und auf der linken Straßenseite beginnt ein neuer Radweg in den Wald hinein. Wir folgen weiter konsequent der ausgeschilderten Wasserroute.
Nach nach 2km geht es leicht nach rechts eine kleine Rampe herauf und wir wieder auf einen gut ausgebauten Radweg Grugatrasse der von Mülheim bis nach Essen Überruhr führt. Wir fahren hier links in Richtung des Mülheim Rhein Ruhr-Zentrums. Wir passieren das RRZ, unterqueren die A40 und nach weiteren 900m stoßen wir wieder auf die Frohnhauser Weg. Nach Überquerung der Straße und Weiterfahrt auf der gegenüberliegenden Seite treffen wir nach 300 Metern endlich wieder auf den Radschnellweg RS1.
Der Weg zurück in Richtung Mülheim Zentrum
Wer zurück zum Ausgangspunkt möchte, biegt hier einfach wieder nach links ab und fährt die ca. 6km zur Mülheimer Innenstadt.