Vom Papierbild zum Code – ein Experiment mit Form und Bewegung

Am Anfang stand eine kreative Blockade: Mit Ölkreide wollte mir zunächst keine passende Idee kommen. Erst der Impuls, das Medium zu wechseln, brachte Bewegung in den Prozess. Mit Acrylfarbe entstand daraufhin relativ spontan und schnell dieses erste Bild:

Abstraktes Bild - roter Kreis umgeben von Dreiecken

Ein roter Kreis bildet das Zentrum der Komposition. Um ihn herum verteilen sich zahlreiche schwarze Dreiecks- und Keilformen. Manche scheinen auf den Kreis zuzustreben, andere weisen von ihm weg. Dazwischen bleibt viel weißer Raum. Die reduzierte Formsprache, der starke Schwarz-Weiß-Kontrast und der einzelne rote Akzent verleihen dem Bild eine klare, und spannungsvolle Wirkung.

Ein Bild verändert sich

Bei einer späteren Weiterentwicklung kam die Idee auf, die einzelnen Elemente ähnlich wie in einem Stop-Motion-Film durch den Raum wandern zu lassen. Wie könnte das Bild aussehen, wenn sich die Dreiecke bewegen und ihre Positionen verändern?

abstraktes Bild - ein roter Kreis im Zentrum, umgeben von schwarzen Dreiecken

Das zweite Bild zeigt einen möglichen späteren Moment dieser gedachten Bewegung. Links neben dem roten Kreis ist zudem eine Art Barriere entstanden. Zugleich wirkt der Raum um das Zentrum freier. Die Dreiecke erscheinen weniger eindeutig auf den Kreis ausgerichtet – die ursprüngliche Ordnung hat sich verändert, ohne dass die grundlegenden Formen und Kontraste verloren gehen.

Aus Formen wird Programmcode

Mit etwas zeitlichem Abstand habe ich die beiden Bilder wieder aufgegriffen und versucht, ihre Dynamik mit Programmcode erfahrbar zu machen. Aus den statischen Kompositionen ist eine interaktive Animation entstanden, in der Zufall und Bewegung zusammenwirken.

Position und Größe der Dreiecke werden innerhalb eines festgelegten Rahmens zufällig bestimmt. Etwa die Hälfte der Dreiecke bewegt sich durch den Raum, während die übrigen ihre Position beibehalten. Über zwei Schieberegler lassen sich die Anzahl der Dreiecke und ihre Geschwindigkeit verändern.

Eine Änderung der Anzahl startet die Animation neu und erzeugt eine neue Konstellation. Mit dem Geschwindigkeitsregler lässt sich dagegen direkt in das laufende Geschehen eingreifen: Die Formen bewegen sich schneller oder langsamer, und das entstehende Bild verändert sich entsprechend.

So wird jede Ausführung zu einer eigenen Momentaufnahme. Es gibt keinen festgelegten Endzustand und keine einzige, endgültige Komposition. Stattdessen entstehen immer neue Anordnungen – mal dichter und spannungsvoller, mal offener und ruhiger.

Und hier ist das Ergebnis (bzw. über diesen Link in etwas größerem Format):