Urban Trail Hagen – zwischen Street Art, Wald und überraschenden Höhenmetern

Den Urban Trail Hagen bin ich Anfang Juli 2026 gelaufen. Wie einige der anderen Urban Trails handelt es sich auch hier um einen klassischen Rundweg. Man kann theoretisch an jeder Stelle einsteigen, besonders praktisch ist aber der offizielle Start direkt am Hagener Hauptbahnhof. Damit war die Anreise mit der S-Bahn für mich völlig unkompliziert.

Glasbild - Willkommen in Hagen - Bahnhof
Glasbild – Willkommen in Hagen – Bahnhof

Bei meiner Wanderung waren die gelben Trail-Markierungen zumindest am Start offenbar noch nicht vollständig vorhanden. Zwar begegneten mir unterwegs immer wieder einzelne Markierungen, allerdings hatte ich den Eindruck, dass diese teilweise noch nicht vollständig waren oder möglicherweise nicht exakt dem GPS-Track entsprachen. Ich hatte deshalb vorsorglich den offiziellen Track auf mein Wander-GPS geladen und bin damit sehr gut zurechtgekommen.

Der Trail hat sich für mich gefühlt ziemlich klar in drei Abschnitte geteilt: etwa 25 Prozent Stadt, 50 Prozent grüne Natur und anschließend wieder 25 Prozent urbanes Hagen. Ich bin die Runde im Uhrzeigersinn gelaufen.

Und genau dieser Wechsel ist für mich einer der größten Reize dieser Tour.

Vom Hauptbahnhof in die Hagener Innenstadt

Los geht es am Hauptbahnhof. Zunächst führt die Route über den lebendigen Berliner Platz und anschließend in die Bahnhofstraße. Wer samstags unterwegs ist, kann hier vormittags noch über den Wochenmarkt schlendern.

Schon auf den ersten Metern bekommt man einen Eindruck vom heutigen Hagen. Interessant fand ich dabei auch den innerstädtischen Radweg entlang der Bahnhofstraße – ein Beispiel dafür, wie ein Radweg im städtischen Umfeld durchaus attraktiv und gut in den Straßenraum integriert werden kann.

Über die Neumarktstraße geht es weiter bis zum Theaterplatz.

Das Theater Hagen blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das ursprüngliche Gebäude wurde 1911 mit einer Aufführung von Schillers Wallenstein eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Theater stark beschädigt und anschließend wiederaufgebaut. 1949 konnte der Spielbetrieb erneut aufgenommen werden.

Viel Zeit bleibt allerdings nicht, um sich mit der Theatergeschichte zu beschäftigen, denn der Urban Trail macht nur einen kurzen Schlenker und führt anschließend in die Humboldtstraße.

Street Art als wiederkehrendes Thema

Hier wartet bereits das erste große Wandbild auf uns: ein imposantes Mural von Martin Bender.

Mural von Martin Bender
Mural von Martin Bender – man beachte die stürmische See!

Leider konnte ich keine näheren Informationen zu diesem konkreten Werk finden. Besonders ins Auge fällt mir aber das Schiff, das sich durch die abstrakt dargestellten Wellen kämpft. Wie bei vielen Murals lohnt es sich auch hier, nicht einfach nur daran vorbeizulaufen, sondern sich das Bild einen Moment genauer anzusehen.

Über die Humboldtstraße geht es weiter in die Bergstraße und vorbei am Bunker Hagen.

Der massive Bau ist ein Relikt aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Im Untergeschoss befindet sich eine private Ausstellung zum zivilen Luftschutz im Zweiten Weltkrieg. Ein interessanter zusätzlicher Blick auf eine Epoche, die auch im Stadtbild Hagens ihre Spuren hinterlassen hat.

Urban Trail Marker am Bunker Hagen
Urban Trail Marker am Bunker Hagen

Und plötzlich wird es grün

Über die Konkordiastraße und eine kreativ gestaltete Unterführung geht es weiter – und dann verändert sich die Atmosphäre ziemlich abrupt.

Graffiti Regel mit Urban Trail Markierung
Wann wird der Marker übersprüht sein?

Wir erreichen den Stadtpark Hagen.

Spätestens jetzt wird klar, warum Hagen gerne als „Tor zum Sauerland“ bezeichnet wird. Der Weg beginnt anzusteigen, und aus der gemütlichen Stadtwanderung wird langsam eine Wanderung mit durchaus ernst zu nehmenden Höhenmetern.

An einem warmen Julitag macht sich das dann auch körperlich bemerkbar.

Durch den schönen Park geht es weiter vorbei an den ruhrgebietstypischen Schrebergärten. Zwischendurch öffnen sich immer wieder Ausblicke über Hagen. Gerade diese Kombination aus sorgfältig angelegten Gärten, Stadtpanorama und den ersten ansteigenden Wegen gefällt mir sehr gut.

Und dann geht es endgültig hinein in die Natur.

Der Bismarckturm – und der Beginn der Höhenwanderung

Nach den ersten Anstiegen erreichen wir den Wald. Nur wenige Minuten später taucht zwischen den Bäumen der rustikal wirkende Bismarckturm Hagen auf.

Bismarckturm Hagen
Bismarckturm Hagen mit Rastmöglichkeiten

Der Turm wurde 1900/1901 errichtet und ist insgesamt 24 Meter hoch. An Wochenenden besteht dank des Fördervereins die Möglichkeit, den Turm zu besteigen. Wer das einplanen möchte, sollte vorher die aktuellen Öffnungszeiten beachten.

Ich war allerdings schon mit dem Blick von außen zufrieden. Viel interessanter war für mich ohnehin, was danach kam.

Denn jetzt geht es wieder zurück in den Wald.

Mitten in Hagen und doch mitten im Wald

Für eine ganze Weile ist von der Stadt kaum noch etwas zu sehen.

Die Wege führen durch den Wald, und plötzlich fühlt sich der Urban Trail überhaupt nicht mehr urban an. Wenn man wenige Minuten zuvor noch durch die Innenstadt gelaufen ist, ist es schon erstaunlich, wie schnell man sich in dieser völlig anderen Umgebung wiederfindet.

Kreative Bank mit Turmskulpturen
Kreative Bank mit Turmskulpturen

Hagen zeigt hier seine besondere geografische Lage: Die Stadt liegt am Übergang zwischen Ruhrgebiet und Sauerland – und das macht sich auf dieser Wanderung ziemlich deutlich bemerkbar.

Allerdings zeigt sich im Wald auch eine weniger schöne Seite.

Kahle Baumstämme ragen in den Himmel
Kahle Baumstämme ragen in den Himmel

Immer wieder stehen kahle, abgestorbene Bäume zwischen den noch grünen Bereichen. Die Folgen von Trockenheit, Hitze und anderen Auswirkungen des Klimawandels sind auch hier nicht zu übersehen. Die abgestorbenen Stämme wirken fast wie stille Mahnmale dafür, dass diese scheinbare Idylle keineswegs mehr selbstverständlich ist.

Eugen-Richter-Turm und Volkssternwarte

Nach einiger Zeit erreichen wir den zweiten Aussichtspunkt der Tour: den Eugen-Richter-Turm.

Der 1911 errichtete Turm ist 23 Meter hoch und steht direkt neben der Volkssternwarte Hagen. Auch dieser Turm kann zu den Öffnungszeiten der ehrenamtlich betriebenen Sternwarte bestiegen werden.

Wer die Gelegenheit dazu hat, sollte sie nutzen. Von oben bietet sich erneut ein weiter Blick über Hagen und die umliegende Landschaft.

Foto Spot im Wald
Auch im Wald trifft man auf Buntes

Damit hat die Wanderung gleich zwei Aussichtstürme zu bieten – und dazwischen jede Menge Wald.

Ein Lost Place mitten im Grünen

Nach dem Eugen-Richter-Turm geht es wieder hinein in den Wald und anschließend langsam bergab.

Verwilderte Klutert Kampfbahn Hagen
Lost Place – die verwilderte Klutert Kampfbahn Hagen

Allmählich tauchen vereinzelt wieder erste Häuser auf. Doch dann stehe ich plötzlich vor etwas, das auf den ersten Blick fast wie ein vergessenes Eingangstor zu einem Lost Place wirkt.

Und genau das ist es auch.

Hinter dem Tor liegt die mittlerweile stark überwucherte Kampfbahn Klutert.

Früher befand sich hier ein Sportplatz mit klassischem Aschebelag und Laufbahn. Bis zu 4.000 Zuschauer konnten die Sportveranstaltungen verfolgen. Heute hat sich die Natur einen großen Teil des Geländes zurückgeholt.

Zwischen Bäumen und Wildwuchs lassen sich noch die Reste der ehemaligen Sportanlage erkennen.

Ein ziemlich faszinierender Ort – gerade weil man sich angesichts der überwucherten Anlage nur schwer vorstellen kann, dass hier früher einmal tausende Menschen auf den Tribünen saßen.

Willkommen in Wehringhausen

Nach einem weiteren kurzen Abstieg ist es dann endgültig vorbei mit Wald und Höhenwanderung.

Über die Rehstraße geht es in die Lange Straße und damit in den Stadtteil Wehringhausen.

Und auch hier verändert sich die Atmosphäre wieder.

Wehringhausen wirkt lebendig, kreativ und ein wenig alternativ. Zahlreiche Cafés, kleine Geschäfte und gastronomische Angebote machen den Stadtteil zu einem angenehmen Ort für eine längere Pause.

Wer aufmerksam in die Seitenstraßen schaut, entdeckt zudem immer wieder Street Art. Besonders in der Bachstraße und Bleichstraße finden sich interessante Wandbilder – darunter erneut Werke von Martin Bender.

Mural von Martin Bender - Kinderkopf
Mural von Martin Bender – Kinderkopf

Die Street-Art-Galerie im Hinterhof

Ein besonderes Highlight wartet in der Moltkestraße.

Kurz vor dem oberen Ende befindet sich ein Garagenhof, dessen Wände mit großflächigen Murals gestaltet sind.

Mein Tipp: Einfach hineingehen und einmal umschauen.

Die Werke wirken in ihrer Gesamtheit fast wie eine kleine Open-Air-Galerie. Und genau solche versteckten Orte machen für mich den Reiz eines Urban Trails aus. Man muss nicht immer nur den offiziellen Sehenswürdigkeiten folgen. Manchmal lohnt es sich, ein wenig genauer hinzusehen oder einen kleinen Schritt abseits des eigentlichen Weges zu machen.

Mural von Martin Bender - Frauenkopf
Mural von Martin Bender – Frauenkopf

Auch auf dem weiteren Weg zurück Richtung Innenstadt begegnen einem immer wieder kleinere Kunstwerke und interessante Details.

Mural von Martin Bender - spielende Kinder
Mural von Martin Bender – spielende Kinder

Fazit: Eine überraschende Wanderung

Der Urban Trail Hagen hat mich vor allem durch seine ungewöhnliche Mischung aus Stadt und Natur überrascht.

Am Anfang läuft man durch die Innenstadt, vorbei an Theater, Bunker und Street Art. Dann geht es plötzlich bergauf und immer weiter in die Natur. Mit Stadtpark, Kleingärten, Bismarckturm, Waldwegen und Eugen-Richter-Turm fühlt sich dieser Abschnitt irgendwann tatsächlich eher wie eine kleine Mittelgebirgswanderung als wie ein Urban Trail an.

Und genau das fand ich großartig.

Es ist erstaunlich, wie schnell man sich in Hagen aus der städtischen Umgebung herausbewegen und mitten im Wald wiederfinden kann. Die beiden Aussichtstürme sorgen zusätzlich für schöne Panoramablicke, während die Kampfbahn Klutert noch eine ganz andere, geheimnisvolle Facette der Tour hinzufügt.

Auf dem Rückweg verändert sich die Atmosphäre erneut. Mit Wehringhausen, seinen Cafés, kleinen Läden und zahlreichen Street-Art-Werken wird es wieder urban, bunt und lebendig.

Damit bietet der Trail eigentlich alles, was ich an diesen Urban Trails so interessant finde:

Stadtgeschichte, Street Art, Natur, Aussicht, ein Lost Place und ein lebendiges Viertel – und das alles auf einer einzigen Runde.

Wer Hagen einmal von einer anderen Seite kennenlernen möchte, dem kann ich diese Wanderung daher sehr empfehlen. Besonders schön fand ich den überraschenden Moment, an dem aus einer Stadtwanderung plötzlich eine richtige kleine Höhenwanderung wird.

Und genau diese Mischung aus Großstadt und Grünraum macht für mich den besonderen Reiz des Ruhrgebiets aus.

Link: Tourbescheibung der RuhrTourismus GmbH mit GPS-Track und komoot-Link

Urban Trail Gelsenkirchen – von der Zeche durch Industrienatur und Ückendorf

Der Urban Trail Gelsenkirchen ist wieder eine Punkt-zu-Punkt-Wanderung. Start und Ziel liegen also nicht am selben Ort. Das ist aber überhaupt kein Problem, denn beide Endpunkte sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Wer mit dem Auto anreist, kann dadurch ebenfalls relativ unkompliziert wieder zum Ausgangspunkt zurückkehren.

Bei meiner Wanderung Anfang Juni 2026 waren die gelben Markierungen allerdings noch gar nicht vorhanden. Ich habe deshalb den auf der Webseite angebotenen GPS-Track auf meinem Wander-GPS verwendet. Für meine Tour war das die richtige Entscheidung – und solange die Beschilderung noch nicht vollständig ist, würde ich das auch anderen Nachwanderern empfehlen.

Schon am Anfang: Zeche und Sport

Der Startpunkt lässt sich mit der Straßenbahn gut erreichen. Von Bochum beziehungsweise Gelsenkirchen führt die Linie 302 in Richtung Lohrheidestraße.

Von der Haltestelle geht es zunächst über einen schmalen Fuß- und Radweg. Schon nach wenigen Minuten taucht das erste Relikt der industriellen Vergangenheit auf: das eindrucksvolle Fördergerüst der ehemaligen Zeche Holland.

Zeche Holland
Zeche Holland

Viel Zeit zum Einlaufen bleibt allerdings nicht, denn schon bald geht es weiter durch einen schmalen Grünstreifen zum Lohrheidestadion. Das Stadion ist ein bedeutendes Leichtathletikzentrum und damit ein ziemlich interessanter Kontrast zum gerade passierten Fördergerüst.

Grüne Wege führen zur Halde
Grüne Wege führen zur Halde

Zeche und Leistungssport – zwei Dinge, die man auf einer Gelsenkirchener Wanderung vielleicht nicht unbedingt direkt hintereinander erwartet.

Und dann ist sie auch schon zu sehen: die Halde Rheinelbe.

Halde Rheinelbe - Himmelstreppe
Halde Rheinelbe – Himmelstreppe

Auf zur Himmelstreppe

Die Halde Rheinelbe gehört zu den Orten, die man im Ruhrgebiet einfach einmal selbst erlebt haben sollte. Der Aufstieg ist gut machbar, und während man langsam an Höhe gewinnt, verändert sich die Umgebung zunehmend.

Halde Rheinelbe - Himmelstreppe - Detail
Die Steinblöcke auf Rheinelbe

Oben angekommen wartet das eigentliche Highlight: die Himmelstreppe von Herman Prigann. Die 1999 entstandene Landmarke besteht aus großen Betonquadern und greift damit unmittelbar die industrielle Vergangenheit des Ortes auf.

Natürlich führt der Urban Trail bis nach oben – und natürlich sollte man auch die letzten Stufen bis zur eigentlichen Skulptur hinaufsteigen.

Der zusätzliche kleine Aufstieg lohnt sich gleich doppelt: Zum einen steht man unmittelbar vor diesem ungewöhnlichen Kunstwerk, zum anderen öffnet sich von hier ein beeindruckendes Panorama über das Ruhrgebiet.

Und genau hier wird wieder einmal ein altes Ruhrgebiets-Klischee eindrucksvoll widerlegt.

Von oben sieht man nämlich erstaunlich viel Grün. Wälder, Parks, Kleingärten und andere Freiflächen ziehen sich zwischen den dicht bebauten Stadtteilen hindurch. Wer immer noch das Bild vom ausschließlich grauen, qualmenden Ruhrgebiet im Kopf hat, bekommt hier ziemlich eindrucksvoll gezeigt, dass dieses Bild längst überholt ist.

Die Halde Rheinelbe selbst ist dabei ein schönes Beispiel für den Wandel des Reviers: Aus einer industriell geprägten Fläche ist eine Landschaft geworden, in der sich Natur und Kunst miteinander verbinden.

Durch den Skulpturenwald

Der Abstieg führt zunächst durch den bewaldeten Bereich am Fuß der Halde. Und auch hier ist die Wanderung noch weit davon entfernt, wie eine klassische Stadtwanderung zu wirken.

Im Skulpturenwald Rheinelbe verstecken sich zwischen Bäumen und Wegen zahlreiche Arbeiten von Herman Prigann. Alte Beton- und Stahlteile, Baumstämme und andere Materialien wurden hier zu Kunstwerken, die teilweise fast so wirken, als seien sie einfach aus der Landschaft herausgewachsen.

Das Spannende daran: Man läuft nicht durch einen klassischen Skulpturenpark, in dem die Kunstwerke sauber auf einer Wiese nebeneinander aufgestellt sind. Stattdessen muss man aufmerksam sein. Manchmal taucht zwischen den Bäumen plötzlich ein ungewöhnliches Objekt auf.

Damit bleibt auch nach dem Abstieg von der Halde der Eindruck erhalten, mitten in einer Mischung aus Wald, Industriebrachen und Kunst unterwegs zu sein.

Eine überraschende Begegnung im Wald

Unten angekommen, überquere ich zunächst die Fahrradtrasse. Nebenbei bemerkt: Diese Strecke führt von hier aus erstaunlich weitgehend autofrei in Richtung Zeche Zollverein – für Radfahrer also durchaus eine interessante Verbindung.

Der Urban Trail bleibt jedoch zunächst in der Natur.

Durch ein kleines Waldgebiet geht es weiter, und hier wartet für mich eine der überraschendsten Entdeckungen der Tour: die Forststation Rheinelbe.

Sie befindet sich in einem ehemaligen Zechengebäude beziehungsweise einer früheren Umspannstation und passt damit wunderbar in die Geschichte dieses Ortes. Aus einem technischen Relikt der Industriezeit ist ein Ort geworden, der sich heute mit Wald, Natur und Landschaft beschäftigt.

Genau solche Übergänge machen für mich den Reiz der Urban Trails aus.

Langsam wird es städtisch

Nach einer weiteren Querung der Fahrradtrasse verändert sich die Umgebung allmählich. Wir verlassen die größeren Grünbereiche und bewegen uns nun immer stärker durch das Stadtgebiet.

Zunächst fallen die teilweise sehr schönen Altbauten auf. Einige Fassaden sind ausgesprochen kunstvoll gestaltet und erinnern an die Gründerzeit, als das Ruhrgebiet durch den rasanten Ausbau von Bergbau und Industrie stark wuchs.

Dann treffen wir auf eine größere Verkehrsstraße – und spätestens jetzt ist klar: Der grüne Teil der Wanderung liegt hinter uns.

Rechts neben einem Lidl-Markt fällt ein großes Mural ins Auge. Es handelt sich hierbei um den „Schmetterlingsjäger“ von Case Maclaim. Auch nach dem „Kreuzen“ der Radtrasse befindet sich links in der Seitenstraße (Bühlweg) ein eindrucksvolles Mural von Nina Valkhoff lohnt sich ein Blick: Dort versteckt sich ein weiteres, eindrucksvolles Wandbild mit Waldmotiv.

Ausschnitt des Mural Schmetterlingsfänger 4.0
Schmetterlingsfänger 4.0 von Case Maclaim

Man sollte bei dieser Wanderung ohnehin ein wenig Zeit für solche Entdeckungen einplanen. Die Route ist nicht nur eine Wanderung von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, sondern führt mitten durch den Stadtteil und damit auch an vielen kleineren Kunstwerken vorbei.

Auch die weniger schönen Seiten gehören dazu

Die nächsten Meter sind dann allerdings weniger spektakulär.

Man kommt durch Bereiche, in denen leerstehende oder verfallende Häuser das Bild bestimmen. Gerade das empfinde ich aber nicht unbedingt als Nachteil. Schließlich gehört auch das zur Realität des Ruhrgebiets.

Urban Trails sollen für mich nicht nur die herausgeputzten Vorzeigeorte zeigen. Interessant wird es gerade dann, wenn man auch die Übergänge und Brüche einer Stadt erlebt.

Und dann kommt wieder etwas, das wahrscheinlich kaum irgendwo so typisch ist wie im Ruhrgebiet: ein kleiner Kiosk.

Ruhrpott-Bude
Ruhrpott-Bude

Vielleicht wäre jetzt eine gemischte Tüte genau das Richtige?

Plötzlich scheint die Zeit stehen geblieben zu sein

Nach dem Kiosk biegt die Route wieder in einen Park ab – und wenig später stehe ich plötzlich der ausgesprochen pittoresken alten Zechenkolonie Flöz Dickebank.

Siedlung Flöz Dickebank
Die Siedlung Flöz Dickebank

Die kleinen Häuser und ihre Anordnung vermitteln einen sehr guten Eindruck davon, wie die Wohnwelt im historischen Ruhrgebiet ausgesehen hat.

Mit etwas Fantasie und ohne die modernen Autos könnte man hier tatsächlich meinen, die Zeit sei ein gutes Stück zurückgedreht worden.

Und genau diese Kontraste machen den Trail interessant: Vor wenigen Minuten noch Leerstände und Stadtverkehr, dann wieder Park und historische Siedlung.

Ückendorf verändert sich

An der nächsten größeren Straße wartet bereits das nächste große Wandbild. Ein haushohes Mural gesponsort von Viva con Agua ARTS setzt einen weiteren farbigen Akzent.

Mural von Lidia Cao
Mural von Lidia Cao

Von hier geht es weiter durch Ückendorf.

Und hier verändert sich die Atmosphäre erneut. Das Viertel wirkt zunehmend lebendiger und kreativer. Alternative Läden, kleine Cafés und Street Art prägen das Straßenbild.

Fassadenkunst
Hier: Fassadenkunst

Man merkt, dass sich dieser Teil Gelsenkirchens verändert. Die Spuren der alten Industriestadt sind weiterhin überall sichtbar, gleichzeitig entsteht aber eine neue, kreative Stadtkultur.

Paste-ups
Paste-ups

Genau diese Mischung gefällt mir.

Vom Kreativviertel zum Wissenschaftspark

Schließlich erreicht der Urban Trail die parkähnliche Umgebung des Wissenschaftsparks Gelsenkirchen.

Der Wissenschaftspark Gelsenkirchen steht sinnbildlich für einen anderen Teil der Geschichte des Ruhrgebiets: Hier geht es nicht mehr um Kohle und Stahl, sondern um Wissen, Innovation und Zukunft.

Wissenschaftspark Gelsenkirchen
Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Damit schließt sich für mich ein schöner Kreis. Die Wanderung begann mit einem alten Fördergerüst und Industrienatur und führt nun zu einem Ort, der für den Strukturwandel und die Zukunft des Ruhrgebiets steht.

Durch die Innenstadt zum Ziel

Von hier geht es weiter Richtung Gelsenkirchener Hauptbahnhof.

Eine besonders interessante Passage ist eine künstlerisch gestaltete Unterführung unter den Bahngleisen. Statt einer langweiligen Unterführung wartet hier noch einmal Urban Art auf die Wanderer.

Danach wird es endgültig städtisch.

Postamt
Postamt – Baukunst

Durch die Fußgängerzone geht es in Richtung Innenstadt. Auch hier lohnt sich weiterhin der Blick nach links und rechts. Zwischen den großen Straßen und Häusern finden sich immer wieder kleinere Kunstwerke und interessante architektonische Details.

Kunst in der Fußgängerzone GE
Kunst in der Fußgängerzone Gelsenkirchen

Schließlich ist das Ziel erreicht: das Musiktheater im Revier, kurz MiR.

Und auch hier zeigt sich noch einmal, dass Gelsenkirchen weit mehr zu bieten hat als seine klassische Bergbaugeschichte.

Hans-Sachs-Haus
Das Hans-Sachs-Haus

Direkt am Ziel befindet sich eine Haltestelle. Von dort kommt man problemlos wieder zum Gelsenkirchener Hauptbahnhof und damit auch zurück zum Ausgangspunkt beziehungsweise zu weiteren Bahnverbindungen.

Mein Fazit: Genau das ist für mich Ruhrgebiet

Auch dieser Urban Trail hat mir richtig Spaß gemacht.

Was mir besonders gefallen hat, ist die deutliche Zweiteilung der Strecke.

Am Anfang wandert man überraschend viel durch Grün: Halde, Wald, Skulpturen, Industrienatur. Dann wird die Umgebung Schritt für Schritt städtischer. Es folgen Wohnviertel, alte Arbeitersiedlungen, Leerstände, Kioske, Street Art, Kreativszene und schließlich die Innenstadt.

Gerade dieser Wandel macht die Tour für mich so interessant.

Das Ruhrgebiet ist eben weder reine Industriekulisse noch idyllische Landschaft. Es ist beides – und meistens liegt beides erstaunlich dicht nebeneinander.

Wer das Ruhrgebiet einmal jenseits der großen Industriedenkmäler erleben möchte, bekommt auf dem Urban Trail Gelsenkirchen eine ziemlich gute Gelegenheit dazu. Zechenrelikte, Industrienatur, Kunst, alte Arbeitersiedlungen, Kiosk-Kultur und ein sich wandelndes Stadtviertel ergeben eine abwechslungsreiche Mischung.

Und spätestens oben auf der Himmelstreppe wird klar: Das Ruhrgebiet ist längst nicht mehr nur grau. Es ist überraschend grün, ziemlich bunt und vor allem ständig im Wandel.

Link: Tourbeschreibung mit GPS-Track und komoot Link bei der RuhrTourismus GmbH.

Urban Trail Mülheim: Eine Rundtour durchs Revierleben – mit Streetart, Klosteridylle und einem Geheimtipp am Ende

Im Frühsommer 2026 habe ich den Urban Trail Mülheim an der Ruhr gegen den Uhrzeigersinn erwandert. Noch ohne die offiziellen gelben Wegweiser, dafür mit einem GPS-Track im Navi und einer großen Portion Neugier. Was folgte, war ein perfekter Mix aus Stadt, Natur und Industriegeschichte – eine Wanderung, die beweist, dass das Ruhrgebiet viel mehr ist als seine Klischees.

Die Tour im Überblick

  • Strecke: Rundwanderweg, ca. 12 km
  • Dauer: 3 bis 4 Stunden (mit Pausen und kleinen Abstechern)
  • Schwierigkeit: Leicht, durchgehend feste Wege
  • Start & Ziel: Hauptbahnhof Mülheim an der Ruhr
  • Besonderheit: Rundtour – ihr kommt bequem dort wieder an, wo ihr begonnen habt
  • Mein Tipp: Lauft sie gegen den Uhrzeigersinn. Der Blick auf die Ruhr und die Altstadt entfaltet sich so am schönsten.

Start in der Bahnhofsnähe: Streetart statt Schotter

Der Trail beginnt unweit des Mülheimer Hauptbahnhofs. Schon nach wenigen Metern entdeckt man die ersten eindrucksvollen Streetart-Werke, die dem Urban Trail seinen Namen geben. Es geht ein kurzes Stück parallel zu den Gleisen, bevor die Route an einer vielbefahrenen Hauptstraße entlangführt. Keine Sorge – das ändert sich schnell.

Street Art zum Start - gesprühter Gorilla
Etwas Street Art zum Start

Vom ehemaligen Café Commercial zum Radschnellweg RS1

Bald biegt der Weg ab und führt am ehemaligen Café Commercial vorbei, wo heute das Cafe Ccino ein neues Leben führt. Weiter geht es Richtung Rathausmarkt, wo ebenfalls ein kleines Café zum Verweilen einlädt. Doch wir steigen die Treppe zur alten Bahnbrücke hinauf – ein Stück des inzwischen legendären Radschnellwegs RS1. Der Ausbau dieses Vorzeigeprojekts stockt leider seit Jahren, was verwundert, wenn man bedenkt, welches Potenzial hier schlummert. Aber gut: Wir sind zu Fuß unterwegs und haben davon weniger Nachteile.

Rathausturm Mülheim
Rathausturm Mülheim

Über die Ruhr in die Müga

Auf der anderen Ruhrseite geht es hinab in den Stadthallengarten. Zumindest war das so, bevor aus unerfindlichen Gründen eine Renovierung für die IGA 2027 begann – zum Zeitpunkt meiner Wanderung eine Baustelle, die einen kleinen Umweg nötig machte. Über diesen Umweg gelangt man aber dennoch auf das ehemalige MÜGA-Gelände (Mülheimer Landesgartenschau). Links liegt das malerische Schloss Broich (ein kurzer Abstecher lohnt sich), rechts die ehemalige Mülheimer Volkshochschule, deren Sanierung die Stadtpolitik trotz erfolgreichen Bürgerbegehrens bislang verweigert.

Brunnen in der Müga
Brunnen in der Müga

Der Weg durch die Müga ist jedoch wunderbar gewählt: Ein bewachsener Bogengang führt vorbei an Brunnen und plätschernden Wasserläufen in Richtung der Camera Obscura – der größten ihrer Art weltweit. Wer hier die Vorführung im alten Wasserbehälter oben mitmacht, bekommt ein extrem eindrucksvolles Erlebnis geschenkt. Auf keinen Fall auslassen!

Camera Obskura im alten Wasserturm
Camera Obskura im alten Wasserturm

Von der Alten Dreherei zurück zur Ruhr

Nun geht es ein Stück auf dem RS1 bzw. parallel dazu zur Alten Dreherei, vorbei an der Mülheimer Feuerwache und der Hochschule Ruhr West. Oben auf der Duisburger Straße macht der Weg kehrt und führt zurück Richtung Ruhr. Dieser Abschnitt entlang des Flusses bietet einen herrlichen Blick auf die Mülheimer Innenstadt, den Wasserbahnhof und das Ruhr-Tal an sich. Zwischendurch kann man noch Blicke auf Häuserfassaden aus der Jahrhundertwende erhaschen, bevor der Weg auf einen ruhigen Spazier- und Radweg an der Ruhr mündet.
Hier liegt auch das FAIR1-HEiM, ein nachhaltiges Café, das sich für eine kurze Rast anbietet.

Skurriles Detail auf dem Weg: Der Immer Auf Kiosk scheint für Immer geschlossen zu sein.
Skurriles Detail auf dem Weg: Der Immer Auf Kiosk scheint für Immer geschlossen zu sein.

Dorf Saarn und das Kloster

Kurz darauf erreicht man das „Dorf Saarn“. Wer die Mülheimer Innenstadt in den letzten Jahren etwas vermisst hat, wird hier fündig: Die Geschäftsstraße hat mittlerweile mehr Flair und Angebote als die Innenstadt. Kleine Boutiquen, Cafés und Bäckereien laden zum gemütlichen Flanieren ein.

Eingang ins Kloster Saarn
Eingang ins Kloster Saarn

Die nächste Station ist das Kloster Saarn. Der Weg durch den Klostergarten und den Park ist so idyllisch, dass man fast vergisst, mitten im Ruhrgebiet zu sein. Im Klostercafe könnte man theoretisch den nächsten Kaffee-Pause einlegen – aber man kann ja nicht überall Halt machen. Tipp: Plant eure Pausen sorgsam, es gibt zu viele gute Gründe für einen Stopp!

Über das Wehr und die blaue Brücke

Hinter dem Kloster führt der Weg auf eine ehemalige Bahntrasse, die heute als Wander- und Radweg genutzt wird (auch Teil des Ruhrtal-Radweges). Zurück in den Saarner Auen geht es an der Ruhr entlang, bis das Kahlenbergwehr überquert wird. Wer sich an das Hochwasser des Jahres 2021 Jahre erinnert, dem dürfte die Geschichte der Moornixe ein Begriff sein – das alte Fahrgastschiff wurde damals durch das Wehr gezogen (YouTube). Heute erinnert das Wrack als Dekoration an einen Café-Bereich in Essen-Steele daran.
Nach der blauen Florabrücke geht es ein paar Höhenmeter nach oben. Von hier bietet sich ein erhabener Blick auf die zuvor durchwanderten Ruhrauen mit Saarn im Hintergrund – ein Moment, in dem man innehalten und das Revier von oben betrachten sollte.

Ausblick auf die Ruhrauen

Bismarckturm, Max-Planck-Institut und der Rosengarten

Mein GPS-Track führte mich ungewöhnlicherweise am alten Bismarckturm vorbei. Ob er inzwischen in der offiziellen Markierung enthalten ist, weiß ich nicht – aber es wäre ein Glücksgriff, denn der Turm ist eine der wenigen alten Landmarken der Stadt und definitiv sehenswert.

Imposanter Altbau des MPI
Imposanter Altbau des MPI


Danach geht es über Straßen zum Max-Planck-Institut für Kohlenforschung. Kurz darauf verläuft der Weg auf einem schmalen Grünstreifen, der in den Catho-Wenzel-Park leitet. Hier lohnt ein kleiner Abstecher in den Rosengarten. Wer genau hinsieht, entdeckt dort die abgerissenen Füße einer Statue, deren Originale wegen Diebstahlgefahr inzwischen in der Mülheimer Stadthalle untergebracht sind. Eine skurrile Geschichte – googelt einfach mal „Rosengarten Mülheim Statue“.

Die Füße der Flora Statue
Die Füße der Flora Statue


Weiter geht es durch die Freilichtbühne, wo im Sommer regelmäßig Open-Air-Konzerte und andere Kulturveranstaltungen stattfinden. Vorbei am Altstadt-Friedhof, auf dem auch Mitglieder berühmter Industriellenfamilien wie Stinnes und Thyssen ihre letzte Ruhe gefunden haben, schlängelt sich der Weg zurück in die Stadt.

Wallviertel und Ziel

Zum Schluss führt der Trail durch die alte Fachwerk-Altstadt und ins moderne Wallviertel mit seinen kleinen Cafes und Restaurants . Nach wenigen Schritten steht man wieder am Hauptbahnhof. Eine perfekte Rundtour, die keine langen Anfahrten oder komplizierte Rückfahrten nötig macht.

Meine persönlichen Highlights

  1. Camera Obscura – Die Vorführung im Wasserturm ist einzigartig und eines der bestgehüteten Geheimnisse der Stadt.
  2. Der Blick vom Kahlenbergwehr zurück auf Saarn und die Auen – Ruhrromantik pur.
  3. Der Rosengarten mit seiner skurrilen Statuen-Geschichte – typisch Mülheim, typisch Ruhrgebiet.
  4. Dorf Saarn – Wer hätte gedacht, dass man mitten im Pott so dörflich flanieren kann?
  5. Streetart am Start – Der Trail beginnt mit Kunst statt mit Anstrengung. Das setzt den Ton.

Praktische Tipps für eure Wanderung

  • Navigation: Zum Zeitpunkt meiner Wanderung waren die gelben Wegweiser noch nicht montiert. Ladet euch den GPS-Track vorab auf euer Handy oder Navigationsgerät – dann läuft es sich stressfrei.
  • Pausenplanung: Es gibt mindestens fünf gute Gründe für einen Stopp (Ccino, Camera Obscura, FAIR1-HEiM, Kloster-Café, Wallviertel). Plant also Zeit ein.
  • Radweg RS1 und Ruhrtalradweg: Der Trail nutzt Teile des Radschnellwegs. Achtet auf Radfahrer, besonders an Wochenenden.
  • IGA 2027: Der Stadthallengarten und Teile der Müga können noch bis 2027 Baustellen sein. Der offizielle Trail ist aber trotzdem gut begehbar.

Fazit

Der Urban Trail Mülheim ist keine anspruchsvolle Bergtour, sondern eine Geschichts- und Genusswanderung. Er verbindet auf kurzer Distanz Industriekultur, Klosteridylle, urbane Szene und Flussromantik. Dass Start und Ziel am gleichen Ort liegen, macht die Tour unkompliziert. Wer das Ruhrgebiet neu entdecken oder seine Heimat mit anderen Augen sehen möchte, sollte diesen Trail auf seine Liste setzen.

Link: Urban.Trail – Mülheims Zeit.Reise auf der Webseite der Ruhr Tourismus GmbH

Quallen im Einkaufszentrum Limbecker Platz

Im Einkaufszentrum Limbecker Platz in Essen wurden im Rahmen des Projekts „Kunst erobert den Raum!“ Arbeiten von Studierenden der Hochschule der bildenden Künste (HBK) Essen geschaffen. Unter anderem habe ich dabei auch wieder Quallen entdeckt. Wenn ich das richtig sehe, wurden diese schwebenden Meereswesen von Gwendola Zelenka kreiiert.

Qualle
Bild einer Qualle

Elektroroller sicher und effektiv an die Kette legen

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektrotretrollern als umweltfreundliche und flexible Fortbewegungsmittel steigt auch das Risiko, dass sie gestohlen werden. Besonders in urbanen Gegenden, in denen viele Menschen auf engstem Raum unterwegs sind, sind E-Scooter ein attraktives Ziel für Diebe. Umso wichtiger ist es, sich mit einem guten Schloss abzusichern. Ein Schloss schützt nicht nur den materiellen Wert des Rollers, sondern auch die Investition in die eigene Mobilität. Denn ohne entsprechende Sicherung kann ein Diebstahl schnell dazu führen, dass man plötzlich ohne Fortbewegungsmittel dasteht.

Hiplok E-Scooter Schloß Link siehe unten

Es gibt verschiedene Arten von Schlössern, die für Elektroroller besonders geeignet sind. Ein robustes Faltschloss bietet beispielsweise durch seine flexible Handhabung und hohe Stabilität zuverlässigen Schutz. Es lässt sich einfach am Rahmen des Rollers befestigen und bei Bedarf kompakt zusammenfalten, sodass es wenig Platz einnimmt, aber dennoch einen hohen Sicherheitsstandard bietet. Kabelschlösser hingegen sind leichter und flexibler in der Anwendung, was sie ideal für kurze Stopps macht. Einige Modelle verfügen sogar über eine Alarmfunktion, die abschreckend auf potenzielle Diebe wirkt.

Letztlich hängt die Wahl des richtigen Schlosses von den individuellen Bedürfnissen ab: Wer seinen Roller regelmäßig und für längere Zeit im öffentlichen Raum abstellt, sollte auf ein hochwertiges, möglichst zertifiziertes Schloss setzen. So können Sie beruhigt unterwegs sein, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass Ihr E-Scooter gestohlen wird.

In der freien Wildnis habe ich vor kurzem diese beiden gut aussehenden Optionen für E-Scooter gesehen (siehe auch Bilder oben).

Tagestrip nach Wachtendonk am Niederrhein

Ein Tagesausflug nach Wachtendonk am Niederrhein: Natur, Geschichte und Entspannung

Die Anreise ist mit öffentlichen Verkehrsmittel aus dem Ruhrgebiet oder mit dem eigenen Fahrzeug problemlos möglich.

Wachtendonk, ein malerischer kleiner Ort am Niederrhein, bietet die perfekte Kulisse für einen entspannten Tagesausflug. Nur etwa eine Stunde von Düsseldorf und dem Ruhrgebiet entfernt, verzaubert dieses historische Städtchen seine Besucher mit einer charmanten Kombination aus gut erhaltenen Fachwerkhäusern, idyllischen Flusslandschaften und kulturellen Highlights. Besonders empfehlenswert ist eine Wanderung entlang der Flüsse Niers und Nette, die dich mitten in die ruhige Natur der Region eintauchen lässt.

Entdeckungstour durch Wachtendonk

Der Tag in Wachtendonk beginnt am besten mit einem gemütlichen Spaziergang durch den historischen Ortskern. Die gut erhaltene Altstadt vermittelt das Gefühl, in der Zeit zurückzureisen. Hier lohnt sich ein Besuch des Kirchplatzes, der das Herz des Ortes bildet. Die Fachwerkhäuser rund um den Platz stammen aus dem 16. und 17. Jahrhundert und erzählen von der reichen Geschichte der Region. Ein besonderes Highlight ist das Alte Rathaus, das im klassizistischen Stil erbaut wurde. Es ist ein wunderbarer Ort, um mehr über die Geschichte Wachtendonks zu erfahren.

Auf Wanderung: Entlang der Niers und Nette

Nach dem Spaziergang durch die Altstadt führt die Wanderung aus dem Ortskern hinaus, vorbei an den Weiden und Feldern, die die Flüsse Niers und Nette säumen. Die Wanderroute entlang der beiden Flüsse bietet eine entspannende Mischung aus Wasser, Wald und Wiesen, ideal für Naturfreunde und Erholungssuchende. Die Niers, ein ruhiger Fluss, schlängelt sich gemächlich durch die Landschaft und lädt an vielen Stellen zum Verweilen ein. Hier kannst du Vögel beobachten oder einfach nur die Stille genießen.

Ein weiteres Highlight entlang der Route ist die Nette, ein kleiner, aber sehr idyllischer Fluss, der durch dichte Wälder und offene Landschaften fließt. Auf der Wanderung kreuzt man mehrere kleine Brücken, die charmante Fotomotive bieten. Die Wege sind gut ausgeschildert und für alle Fitnesslevel geeignet, sodass sowohl erfahrene Wanderer als auch Familien mit Kindern auf ihre Kosten kommen.

Sehenswürdigkeiten entlang des Weges

Während der Wanderung gibt es drei Sehenswürdigkeiten, die du auf keinen Fall verpassen solltest:

1. Die Burg Wachtendonk: Diese mittelalterliche Burgruine liegt etwas außerhalb des Ortskerns und ist ein faszinierendes Relikt aus vergangenen Zeiten. Obwohl die Burg im 17. Jahrhundert zerstört wurde, sind die Überreste noch immer beeindruckend und bieten einen Einblick in die historische Bedeutung der Region.

2. Haus Püllen: Dieses alte Bürgerhaus aus dem 17. Jahrhundert beherbergt heute ein Naturparkzentrum, in dem du mehr über die Natur, die Landschaft und die Region erfahren kannst. Das Museum bietet interessante Einblicke in die regionale Kultur und ist definitiv einen Besuch wert.

3. Die Mühle an der Niers**: Die historische Wassermühle, die direkt an der Niers liegt, ist ein weiteres Highlight der Region. Sie ist nicht nur ein beliebtes Fotomotiv, sondern vermittelt auch ein Gefühl für die traditionelle Lebensweise am Niederrhein.

Ein gelungener Abschluss

Nach der Wanderung bietet es sich an, in einem der gemütlichen Cafés oder Restaurants in Wachtendonk einzukehren und den Tag bei regionalen Spezialitäten ausklingen zu lassen. Die entspannte Atmosphäre des Ortes und die wunderschöne Natur der Umgebung machen einen Tagesausflug nach Wachtendonk zu einem unvergesslichen Erlebnis. Egal, ob du Ruhe und Erholung suchst oder dich für Geschichte und Kultur interessierst – dieser kleine Ort am Niederrhein hat für jeden etwas zu bieten.